Baden ist eine Kulturstadt. Das ist hör- und sichtbar. Sei es über Film- und Musikfestivals oder bei politischen Diskussionen – die Kulturfreunde stehen zusammen. Beim Sport ist man weniger gut organisiert. So geschah es, dass die Stadt beim Neubau Burghalde die so dringend nötige Dreifachhalle letztlich mit zwei Einzelhallen ersetzte. Der Aufschrei bei den Vereinen war zwar gross, kam aber zu spät. Dies möchte die neu gegründete «Interessengemeinschaft Sportvereine Baden» künftig verhindern, betont Kurt Hochstrasser, Präsident der IG und StadtturnvereinsMitglied. «Wir wollen den Ball ins Rollen bringen, und zwar direkt ins Stadthaus damit.»

Im Zentrum der IG steht das Kernteam um Hochstrasser, Aktuarin Bettina Kabosch (Leichtathletikverein Wettingen-Baden) und den Kommunikationsbeauftragten Roger Roggensinger (STV). Die Motivation ist klar: «Wir haben unser Leben lang Sport gemacht und viel in unserer Vereinszeit gelernt und davon profitiert», so Hochstrasser.

«Dass der Sport nun immer mehr an Stellenwert verliert, gibt uns den Ansporn, uns für die Vereine einzusetzen.» Mit der Idee einer Interessengemeinschaft rannten die Initiatoren offene Türen ein: «Wir mussten keine Werbung machen, das Bedürfnis der Vereine an einer gemeinsamen Struktur war enorm.» Insgesamt sind rund 30 Vereine mit über 6500 Mitgliedern in der IG vertreten.

Den Zeitpunkt für den Startschuss haben die Verantwortlichen gut getroffen. Nach den Wahlen sind die Ansprechpersonen für die kommende Legislatur gesetzt. Eine Affinität für Sportthemen könnte der künftige Stadtammann Markus Schneider haben – immerhin ist er Mitglied des Stadtturnvereins. Das ist laut Hochstrasser zwar positiv zu bewerten, aber: «Mit Ruth Müri als zuständiger Stadträtin für den Bereich Sport sind wir gar nicht zufrieden. Sie muss stärker für den Sport eintreten und sichtbarer werden.»

Auf politischer Ebene soll das Thema «Aue» wieder ins Auge gefasst werden und die Möglichkeit einer Wettkampfhalle und weiterer sportlicher Nutzungen des Aue-Gebiets. «Wir wissen, wie lange solche Projekte bis zur Umsetzung dauern», betont Hochstrasser. «Darum dürfen wir jetzt die Zukunft nicht verschlafen.» Die IG soll nicht nur gegen aussen, sondern auch gegen innen wirken.

«Die Vereine können sich vernetzen, austauschen und Synergien nutzen.» Zudem ist gewünscht, dass Sport in Form von Anlässen und mehr Sichtbarkeit auf der Stadt-Homepage sowie an Schulen eine stärkere Präsenz hat. Das Gesamt-Ziel ist klar: Baden soll in naher Zukunft nicht nur als Bäder- oder Kultur-Stadt, sondern auch als Sport-Stadt bekannt sein.