Baden

Die Bäderprojekte stehen vor der letzten Hürde

Visualisierung des Botta-Projekts: Neues Thermalbad (vorne links) mit Verenahof-Geviert (rechts in der Mitte) und Wohn-/Ärztehaus (rechts ganz oben). zvg

Visualisierung des Botta-Projekts: Neues Thermalbad (vorne links) mit Verenahof-Geviert (rechts in der Mitte) und Wohn-/Ärztehaus (rechts ganz oben). zvg

Die Bewilligung für das Thermalbad/Wohn-/Ärztehaus steht bevor – beim Verenahof-Geviert läuft «Saal-Diskussion».

Woran viele nicht mehr recht glauben wollten: Die Bäderprojekte der Verenahof AG rücken in Bewilligungsnähe.

Wie bei der Stadt zu vernehmen ist und Bauvorsteher Markus Schneider bestätigt, wird der Stadtrat bis Ende Monat den Entscheid über das Baugesuch der Baufelder 1 und 2 fällen.

Diese beinhalten das Thermalbad und das Wohn-/Ärztehaus. «Damit bleibt das Ziel, das neue Thermalbad am 1. September 2018 zu eröffnen, realistisch», sagt Benno Zehnder, Verwaltungsratspräsident der Verenahof AG.

Laut der Bauherrschaft konnten bis auf deren zwei alle Einwendungen einvernehmlich erledigt werden.

Cards: Der lange Weg zum neuen Thermalbad

So fand man auch betreffend behindertengerechte bauliche Ergänzungen eine Einigung.

Offengeblieben sind lediglich zwei Einwendungen, die den Verkehr betreffen, wovon eine Einwendung betreffend Verkehrsaufkommen Parkstrasse/Römerstrasse eher als allgemeines Verkehrsanliegen an die Adresse der Stadt ging und nicht weitergezogen werden dürfte. Das Mobilitätskonzept könnte als Auflage auch nachträglich aufgebessert werden.

«Verenahof»: Prüfung beginnt

Beim Baugesuch für das Verenahof-Geviert (Baufeld 3, Bäderhotel Verenahof, Ochsen und Bären, Umbau in Rehaklinik) ist erst die Prüfung angelaufen.

Wie vonseiten der Stadt bestätigt wird, sind während der Auflage Einwendungen eingegangen.

Laut Bauherrschaft betrifft eine Einwendung die Dachgestaltung, die zweite Einwendung den Verkehr, wobei es sich um denselben Einwender handelt, der schon beim neuen Thermalbad den Verkehr als Einwendungsrund anführte.

Weil das Bewilligungsverfahren läuft, darf Bauvorsteher Schneider keine näheren Auskünfte geben.

Auch die Denkmalpflege ist in dieses Verfahren eingebunden und wird darüber urteilen müssen, ob der Umgang mit den unter Schutz gestellten Objekten den Forderungen des Denkmalschutzes entsprechen würde.

Inhaltlich wird wohl der Verlust des Elefantensaals zugunsten von zehn Zimmern zu diskutieren geben. Weil der Saal selber allerdings nicht unter Schutz steht, müsse auch die Frage geklärt werden, wie weit die Denkmalpflege in diesem Punkt intervenieren könne, sagt Schneider.

Der Raum, der nun für zehn Zimmer genutzt werden soll, wird wegen des Verzichts auf die «Botta-Kuppel» benötigt, erklärt man bei der Stiftung Gesundheitsförderung.

Der Direktor Stefan Güntensperger bestätigt: Mit dem Entschluss, im Verenahof-Geviert eine Privatklinik für Prävention und Rehabilitation einzurichten, habe sich die Aufgabe gestellt, möglichst viel des durch den Wegfall des Botta-Glaskegels verlorenen Raumes zurückzugewinnen.

«Da der Saal durch die volle Integration in die Klinik sowieso seinen öffentlichen Charakter verliert und ausserdem nicht denkmalgeschützt ist, hat man den verlorenen Raum durch die auf zwei Stockwerken darin realisierbaren zehn Zimmer zumindest teilweise kompensieren können», sagt Güntensperger. Der Einbau der Zimmer werde jedoch so vollzogen, dass diese allenfalls in einer späteren Phase zurückgebaut und der Saal wieder als solcher genutzt werden könnte.

Es braucht 80 Zimmer

Das eingereichte Projekt für eine Rehaklinik umfasst insgesamt 79 Zimmer, konzipiert als Einzelzimmer, mit der Möglichkeit, ein zweites Bett hineinzustellen, wenn das Zimmer mit dem Partner geteilt werden soll.

Güntensperger weist auf die Notwendigkeit dieser Zimmerzahl hin: «Zehn Einer-Privat-Zimmer ergeben bei einer durchschnittlichen Bettenbelegung von 90 Prozent – inklusive aller Nebenleistungen wie Medizin, Pflege, Therapie – einen ungefähren Umsatz von 2,5 Millionen Franken.»

Entscheidend sei aber die Tatsache, dass die betriebswirtschaftliche Ausgangslage in einer relativ teuren Infrastruktur bei 80 anstatt 70 Zimmern sich um einen entscheidenden Faktor verbessert.

«Die Fixkosten können dann auf 80 statt 70 Einheiten verteilt werden, was einer Optimierung von 14,3 Prozent entspricht. Hier spricht man von sogenannten Skaleneffekten», erklärt Güntensperger.

Der Stiftungsdirektor hofft und rechnet damit, dass man im Gespräch mit der Denkmalpflege eine Einigung suchen und auch finden werde. «Wir rechnen mit einem Baubeginn gegen Ende Jahr.» In den nächsten Wochen soll das Verenahof-Geviert ausgeräumt und entrümpelt werden.

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