Spreitenbach

Die Baugrube ist bereits bewilligt, das Bauprojekt jedoch noch nicht

Visualisierung vom Tivoli-Garten neben dem Shoppi.

Hier wäre der Halt der Limmattalbahn.

Visualisierung vom Tivoli-Garten neben dem Shoppi.

Beim «Tivoli Garten» in Spreitenbach liegt eine Baubewilligung vor – aber erst einmal nur für die Baugrube.

In Spreitenbach ist die Bautätigkeit seit vielen Jahren gross. Aktuell sind es die Arbeiten für die Limmattalbahn, die aus Teilen des Dorfs eine Baustelle machen.

An der regen Bautätigkeit wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich auch nichts ändern – unabhängig davon, ob nun die Spreitenbacher im Januar 2020 an der verschobenen Gemeindeversammlung der Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung für das Zentrum Neumatt zustimmen oder nicht.

Weil die Turnhalle Boostock aufgrund des ungewöhnlich grossen Ansturms zu klein war, konnte die Abstimmung noch nicht durchgeführt werden.

Baubewilligung steht aus

Einen Schritt weiter ist aber das Bauprojekt «Tivoli Garten», das gleich gegenüber dem Shoppi Tivoli zu stehen kommen soll – also gleich beim Zentrum Neumatt, sollte dieses jemals zustande kommen.

Der Spreitenbacher Gemeinderat hat der Bauherrschaft, der Genossenschaft Migros Aare/Credit Suisse, in einem ersten Schritt grünes Licht gegeben beziehungsweise die Baubewilligung für die «Baugrube Tivoli mit zugehöriger Erschliessung, Sandäckerstrasse 1 – 11» erteilt, wie es in den Gemeindenachrichten heisst.

Für das eigentliche Bauprojekt, das einen Obi Baumarkt, zwei Hochhäuser mit 438 Wohnungen und eine Haltestelle der Limmattalbahn umfasst, steht die Baubewilligung aber noch aus. «Diese soll aber schon bald im Gemeinderat behandelt werden», sagt Spreitenbachs Bauverwalter Lukas Nadig. Die Einwendungen, die dazu eingegangen waren, seien so weit bearbeitet.

Verzögerung durch Beschwerde

Nur: Warum liegt für den Bauaushub bereits eine Baubewilligung vor, für das Projekt selbst aber nicht? «Da stecken strategische Gründe dahinter», sagt Nadig. Dies geschehe aus Risikoüberlegungen, um handlungsfähig zu bleiben und damit den Baustart der Limmattalhaltestelle zu gewährleisten.

Die Limmattalbahn soll im Dezember 2022 in Betrieb gehen – mit vorläufiger Endstation in Killwangen. Mit den Bauarbeiten für die Haltestelle beim «Tivoli Garten» müsste die Limmattalbahn aber bis spätestens Ende 2021 starten, um rechtzeitig fertig zu werden.

Die Verzögerung des Bauprojekts hat in erster Linie mit einer Beschwerde des Verkehrsclubs Aargau VCS zu tun, der 2018 Beschwerde gegen den «Gestaltungsplan Handels- und Gewerbezone Ost (HGO)» eingelegt hatte, wo «Tivoli Garten» gebaut werden soll.

Im Januar dieses Jahres konnten sich die Beteiligten – nach «langwierigen und schwierigen Verhandlungen», wie VCS-Präsident Jürg Caflisch damals sagte – am Ende in Sachen Parkraumbewirtschaftung doch noch auf eine Kompromiss­lösung einigen.

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