Baden

Die Baumaschinen bringen die Weite Gasse in Baden zum Beben

Die Bagger sind aufgefahren, die Sanierung hat begonnen. In den nächsten Wochen wird die Strasse aufgerissen und die Kanalisationsleitungen erneuert. Doch nicht alle freuen sich über den Umbau.

Mitten in der Weiten Gasse stehen grosse Baumaschinen und verursachen einen ohrenbetäubenden Lärm. Im Strassenbelag klaffen tiefe Gruben. Die Bauarbeiten haben am Montag begonnen und sind bereits in vollem Gange.

«Bisher läuft alles gut», sagt Bauführer Otmar Burchia des Tiefbauunternehmens Granella. In den nächsten Wochen wird die Strasse aufgerissen und die Kanalisationsleitungen erneuert.

Es kam bereits zu unvorhergesehenen Hindernissen: Der Boden ist felsiger als erwartet, dadurch gibt es mehr Lärm und stärkeren Erschütterungen. «Da die Gebäude denkmalgeschützt sind, dürfen die Erschütterungen nicht stark sein, damit keine Risse entstehen», sagt Burchia.

Bisher sei dies noch nicht eingetroffen. Notfalls wären andere Abbaumethoden denkbar. Diese seien zwar leiser, würden jedoch länger dauern. «Wir hoffen, dass sie nicht zum Einsatz kommen.»

Ladenbesitzer sind besorgt

Die Strasse ist mit Gittern von den Trottoirs abgetrennt. Grüne Teppiche zeigen den Fussgängern, wo sie gehen dürfen. «Im Moment ist die Situation noch recht chaotisch», sagt Burchia.

Die Arbeiter müssen viele Fragen der Passanten beantworten, einige wissen nicht, wo sie gehen dürfen. «Die meisten Reaktionen sind jedoch positiv. Vor allem über die Teppiche freuen sich die Leute.»

Noch sind viele Fussgänger in der Weiten Gasse unterwegs, doch die Ladenbesitzer sind besorgt. «Es werden sicher weniger Kunden kommen», sagt Arnold Brasser, stellvertretender Geschäftsführer der Metzgerei Müller. «Doch da die Strasse durch den Umbau aufgewertet wird, lohnt sich das.»

Bauarbeiten in der Weiten Gasse in Baden

Bauarbeiten in der Weiten Gasse in Baden

Antonella Trpkovski vom Kleidergeschäft Mode und Mehr ist weniger optimistisch. «Ich habe Angst, dass die Leute nicht mehr in den Laden kommen, wenn hier vor der Tür alles aufgerissen wird», sagt sie und zeigt auf die gelben Markierungen auf dem Trottoir.

Fabio Birgillito, der einen Stock höher den Coiffeursalon Simo and Fab betreibt, zieht Konsequenzen: «Wir werden wohl eine Woche schliessen müssen, wenn das ganze Trottoir offen ist.»

Susanna Stahel, Geschäftsführerin des Schuhladens Fusswohl, ist zuversichtlicher: «Ich glaube nicht, dass weniger Kunden kommen werden. Wir müssen einfach mehr Werbung machen.»

Buspassagiere bekommen Hilfe

Die Arbeiten in der Weiten Gasse werden voraussichtlich bis im Oktober dauern. Bis dann verkehren keine Busse durch die Strasse. Beim Langhaus wurde eine Ersatzhaltestelle für die Linien 1, 2, 4 und 7 eingerichtet, auch hier liegt ein grüner Teppich.

Franco Bellafiore trägt eine orange Weste und eine Mütze der RVBW. Er gibt den Buspassagieren Auskunft. «Ich werde etwa zwei Wochen hier sein, dann hat sich das Ganze eingependelt», sagt er.

Die RVBW hatten bereits im Vorfeld ausführlich informiert. «Es gab bisher eine oder zwei Personen, die mit der Umstellung nicht zufrieden sind. In 98 Prozent der Fälle geht jedoch alles tipptopp», sagt Bellafiore.

Dann wendet er sich an eine Passagierin und erklärt ihr, welchen Bus sie nach Dättwil Dorf nehmen soll und wo dieser fährt.

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