Baden
Die besten Jungtalente kochen um die Wette

In der Küche der Berufsschule fand der Kochwettbewerb «Gusto 12» statt. Es ging um den Titel «Bester Schweizer Jungkoch». Mit dabei war auch die Ennetbadenerin Sarah Bumann.

Pirmin Kramer
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Konzentriert schneidet eine Kandidatin beim Kochwettbewerb ein Apfelstück entzwei. Annika Bütschi

Konzentriert schneidet eine Kandidatin beim Kochwettbewerb ein Apfelstück entzwei. Annika Bütschi

Berufsschule Baden beim Martinsberg, 5. Stock, Küche: Die Luft riecht nach gebratenem Fisch, Schokolade und Zitrone. Neun Köche backen und braten, kreieren Hauptspeisen und Desserts. Die fünf Frauen und vier Männer, alles Lehrlinge, kämpfen beim Kochwettbewerb «Gusto 12» um den Titel des besten Schweizer Jungkochs.

«Das Niveau ist sehr hoch hier», sagt Rolf Mürner. Er war einst Patisserie-Weltmeister, heute amtet er als Jurymitglied und schaut den Kandidaten auf die Finger. «Viele dieser Lehrlinge beherrschen ihr Handwerk besser als ausgebildete Köche.» Die Köchinnen und Köche seien unbeschwert, spontan, «Sie probieren einfach mal aus, und sie haben einen grossen Willen.»

Jury kontrolliert die Hygiene

Die Jury prüft, ob die Regeln eingehalten werden. Zum Beispiel beim Dessert dürfen die Kandidaten kein vorbereitetes Bisquit benutzen. Es muss während des Wettkampfes zubereitet werden. «Ausserdem achten wir auf die Hygiene», sagt Mürner.

Was macht einen talentierten Koch aus? «Gute Köche haben Freude an den Lebensmitteln», sagt Jury-Präsident Werner Schuhmacher. «Und sie haben die Fähigkeit, aus wenigen Dingen kreative Speisen zuzubereiten.»

Mit der Startnummer vier kocht eine Einheimische um die Wette: Sarah Bumann arbeitet im Panorama Restaurant Hertenstein in Ennetbaden. Als Hauptgericht hat sie sich für ein pochiertes Forellenfilet auf Lauchbett entschieden, dazu gebratenen Zander auf einer Pistazien-Safran-Kruste, eine Zwiebel-Curry-Sauce sowie ein Oliven-Rosmarin-Ribelmais-Dreieck und Karotten. Als Dessert bereitet sie eine Trilogie von warmen und kalten Komponenten aus Schokolade, Nüssen und Kaffee zu. «Der Hauptgang ist mir sehr gut gelungen», erzählt sie nach dem Wettkampf. «Es sind mir nur zwei kleine Missgeschicke passiert. Einen Blätterteigring musste ich zweimal zubereiten, und einmal ist ein wenig Zucker verbrannt.»

Nervosität vor dem Wettkampf

Als sie am Morgen in der Küche eintraf, sei die Nervosität ein wenig angestiegen, sagt sie. «Als die ersten Handgriffe gut klappten, habe ich aber alles um mich herum vergessen – die vielen Jury-Mitglieder, die Journalisten, die anderen Kandidaten.» Von der Hektik in der Küche habe sie nichts mitbekommen. Ob sie eine Chance auf den Sieg habe, könne sie nicht abschätzen.

Der Wettbewerb sei ein Sprungbrett für junge Talente, sagt Daniel Böhny, Geschäftsführer von Howeg, welche den Anlass unter dem Patronat des Schweizer Kochverbandes organisiert hat. «In früheren Jahren haben einige Kandidaten den Sprung in die Jugendkochnationalmannschaft geschafft.» Der Sieger von «Gusto 12» wurde nach Redaktionsschluss bei einer Gala in Zürich gekürt.»