An seiner letzten Sitzung im 2012 hat der Stadtrat die Sondernutzungsplanung verabschiedet für die Liegenschaft Bahnhofstrasse 7, besser bekannt als Haus «Cachet» oder vormals «Herren Globus», wo ein Ersatzbau vorgesehen ist. Jetzt liegen die Pläne (Sondernutzungs-, Gestaltungs-, Erschliessungs- und Baulinienpläne) öffentlich auf; jedermann kann dabei mitwirken und seine Ideen kundtun. Sofern das Bewilligungsverfahren reibungslos verläuft, wird die Stockwerkeigentümergemeinschaft Schlossberg (Bauherrin) im kommenden Mai das Baugesuch einreichen. Haupteigentümerin ist die Brauerei H. Müller AG.

Zwingend für das Buskonzept

Das Vorhaben Liegenschaft «Bahnhofstrasse 7» soll zügig realisiert werden, weil damit die Einfahrt der neuen Busachse stadtauswärts sichergestellt wird. Mit einem Ersatzbau-Projekt, das in gemeinsamer Planung von Stadt und Privateigentümerin über ein Wettbewerbsverfahren entstanden ist, lassen sich die bustechnischen Voraussetzungen für die Neugestaltung des Schulhausplatzes sicherstellen.

Im Klartext: Für das Buskonzept ist dieses Projekt zwingend. Es kann nur mit einem Abbruch und einem Neubau realisiert werden. Weil das Gebäude ohnehin sanierungsbedürftig sei, habe die Eigentümerin eingewilligt, heisst es im Bericht. Auch die Manor-Anlieferung muss von der Einfahrt Tunnelgarage auf das Niveau der Bruggerstrasse verlegt werden.

Die Busachse Ost zwischen Bahnhof und Schulhausplatz wird neu durch die Tunnelgarage führen. Damit wird der Schulhausplatz entlastet und der Verkehr entflochten. Die Weite Gasse wird nahezu verkehrsfrei und kann sich neu entwickeln. Ebenso wird der Vorbereich zur Altstadt aufgewertet.

Die neue Buslinie wird durch das Erdgeschoss des Gebäudes führen, wo die Bushaltestelle Schlossberg hinkommen wird. Hinter dem Gebäude – heutige Zufahrt Tunnelgarage – werden entlang dem Bahngeleise die Postautokurse passieren, die über die neue Busachse stadtauswärts fahren. Diese werden im hinteren Bereich der Tunnelgarage links über die Rampe zur Mellingerstrasse oder dann durch den geplanten Bustunnel zur Hochbrücke Richtung Wettingen und Surbtal geführt.

Ladenfläche reduziert sich

Der Ersatzbau fordert einen Wohnanteil von 30 Prozent. Über dem Niveau Bahnhofstrasse, welches das eigentliche Erdgeschoss darstellt, sind drei Obergeschosse vorgesehen, und zwar eines für Büros und zwei für Wohnen. Wegen der Busdurchfahrt im Erdgeschoss reduziert sich die Ladenfläche gegenüber heute deutlich.

Das Haus übernimmt die Gebäudehöhe des danebenliegenden Manor Gebäudes, was die Stadtbildkommission bereits als Vorgabe für den Wettbewerb und die Sondernutzungsplanung festsetzte. Zur SBB ist eine stark gegliederte Fassade vorgesehen, die dem Neubau den spezifischen Charakter verleiht. Die Wohnungen sind mehrheitlich als zweigeschossige «Maisonnette» konzipiert und äusserlich als solche erkennbar.

Die «Maisonnette» verfügen im Obergeschoss über einen Innenhof, der vor dem Lärm abschirmt und zudem ermöglicht, dass die lärmempfindlicheren Räume der Wohnungen zusätzlich belichtet und belüftet werden können. Damit soll an zentraler, immissionsträchtiger Lage ein ruhiges Wohnen möglich sein. Es ist Minergiestandard vorgesehen.

Die Sondernutzungsplanung ist nun parallel zum Mitwirkungsverfahren an den Kanton gegangen, wo sie vorgeprüft wird. Bei der Stadt sind mehrere Abteilungen (Entwicklungsplanung, Liegenschaften, öffentliche Sicherheit, Tiefbau, Werkhof) involviert. Sie haben sich zum Vorhaben geäussert und ihre Anliegen einfliessen lassen. Auf Mitte März ist die öffentliche Auflage der Sondernutzungsplanung angesetzt.