Wettingen

Die Chemie stimmte beim «brasilianischen» Orchesterabend

Immer wieder für Konzertbesucher ein Erlebnis: Die barocke Klosterkirche Wettingen. Walter Schwager/Arch

Immer wieder für Konzertbesucher ein Erlebnis: Die barocke Klosterkirche Wettingen. Walter Schwager/Arch

Die gut gefüllte Klosterkirche Wettingen bot für das Konzert des Kammerorchesters 65 den Rahmen für drei sehr unterschiedliche Werke, die sich unter dem Programm «Aus der neuen Welt» sehr gut vereinen liessen.

Den Beginn des Orchesters machte dabei das Werk des wenig bekannten, doch bedeutenden Aarauer Komponisten Ernst Widmer, der noch nicht 30-jährig nach Brasilien auswanderte und dort auch den Grossteil seiner Werke schrieb.

Die Aufführung seiner 2. Sinfonie «Do médio São Francisco» war für das Orchester mit viel Aufwand verbunden, musste doch das Stimmenmaterial in Eigenleistung in das Projekt eingebracht werden. Das Stück ist modern, doch nicht überfordernd und wurde vom Orchester unter der klaren Führung von Alexandre Clerc mit einer spür- und hörbaren musikalischen Hingabe interpretiert.

Tolle Leistung der Musiker

Eine heitere Mischung aus italienischer Commedia dell’Arte und brasilianischem Karneval schrieb der französische Komponist Darius Milhaud mit seiner Suite «Scaramouche». Ursprünglich als Suite für zwei Klaviere geschrieben, wurde das Stück so populär, dass Milhaud mehrere Fassungen davon erstellte – unter anderem die an diesem Konzert aufgeführte für Altsaxophon und Orchester.

Dass das Stück auch heute nichts von seiner Beliebtheit eingebüsst hat, zeigten das Orchester und der Solist Ueli Angstmann auf eindrückliche Art und Weise.

Ob beim witzigen ersten, dem schwelgerischen zweiten oder dem «brasilianischen» dritten Satz: die Chemie stimmte und die Musiker zeigten eine tolle Leistung.Als Abschluss und zugleich Höhepunkt des Konzerts stand schliesslich die bekannte 9. Sinfonie «Aus der neuen Welt» von Antonín Dvorák auf dem Programm.

Auf Top-Niveau

«Kleine Besetzung» Bei dieser zeigte sich noch einmal eindrücklich, dass dieses Orchester auf einem absoluten Top-Niveau spielt. Auch die für ein hochromantisches Werk eigentlich «zu kleine» Besetzung funktionierte in der Akustik der Kirche wunderbar, die Holzbläser hatten so keine Mühe, sich Gehör zu verschaffen und die Blechbläser konnten ohne grosse Kraftanstrengung triumphieren.

Konzert Das Kammerorchester 65 spielt dasselbe Programm noch einmal am Freitag, 7. September um 20.15 Uhr im grossen Saal des Kultur- und Kongresshauses Aarau.

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