Birmenstorf
Die Clubszene wird fürs «Lost in Nature» aufs freie Feld geholt

«Lost in Nature» in Birmenstorf: Das grösste Drum-’n’-Bass-Festival der Schweiz meldet sich zurück. Das ist nicht selbstverständlich. Denn die Suche nach einem geeigneten Festgelände erwies sich in den letzten Jahren als problematisch.

Yvonne Lichtsteiner
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Das OK-Team des «Lost in Nature»-Festivals (v.l.) Andy Keller, Patrick Blaser, Stefan Köppel, Louis Senn, BastianMoser, Fabian Monn (unten) auf der noch leeren Festival-Wiese.

Das OK-Team des «Lost in Nature»-Festivals (v.l.) Andy Keller, Patrick Blaser, Stefan Köppel, Louis Senn, BastianMoser, Fabian Monn (unten) auf der noch leeren Festival-Wiese.

Yvonne Lichtsteiner

Wo heute ein grosses, leeres Feld ist und eben noch der Bauer das Gras gemäht hat, entsteht vom 27. bis 29. Juli in Birmenstorf die wohl grösste Outdoor-Party der Schweiz. «Wir melden uns mit dem ‹Lost in Nature› (LiN) zum 9. Mal zurück», sagt Bastian Moser vom Organisationskomitee. Nach einer zweijährigen Pause und zahlreichen Veränderungen können sich Drum-’n’-Bass-Freunde nun wieder über die basslastigen Klänge des Festivals freuen. «Vor ein paar Jahren haben wir beschlossen, das Festival nur noch alle zwei Jahre durchzuführen», sagt Andy Keller vom OK. So könnten auch sie im Sommer ab und zu in die Ferien. «Und schliesslich werden wir auch nicht jünger», sagt er.

Was ist das Besondere am LiN? «Es findet inmitten der Natur statt und ist eine Mischung aus klassischem Open Air und Techno-Festival», erklärt Moser. So werde die Clubszene für drei Tage sozusagen auf das Feld geholt. Zudem würden sie mit internationalen und lokalen Künstlern – wie Black Sun Empire – jedes Mal qualitativ hochstehende Acts bieten, sagt Moser. «Die drei Nebenfloors mit verschiedenen Musikrichtungen wie Electro, Techno sowie Dubstep ist eine Premiere in diesem Jahr.» Besonders letztere Musikrichtung ziehe vor allem jüngeres Publikum an, meint Keller. Sie seien aber definitiv kein Teenie-Open-Air, betont er. Das Durchschnittsalter des Publikums bewege sich zwischen 25 und 30 Jahren. Von Alt bis Jung käme aber alles ans Festival. «Es gibt sogar Frauen, die mit Highheels auf das Feld kommen», sagt Keller.

Suche nach Festgelände problematisch

Moser erinnert sich an die Anfänge zurück: «Das Festival war eintägig, wenige Hundert Zuschauer kamen und wir haben es ohne Bewilligung durchgeführt.» Ein langer Weg also bis heute. Das sieht aktuell anders aus, wie Keller sagt: «Wenn schönes Wetter ist, erwarten wir bis zu 2500 Personen.» Wie lässt sich dieser Erfolg begründen? «Das ist wohl, weil wir auch nach Jahren noch mit viel Elan und der gleichen Ideologie daran arbeiten, ein gutes Festival auf die Beine zu stellen», erklärt Moser. Genau für diesen Elan wurden sie vor zwei Jahren belohnt. «Dass wir in die Liste der kulturhistorischen Höhepunkte aufgenommen wurden, hätten wir nicht erwartet.» Dies sei aber eine schöne Belohnung für ihre Arbeit.

Doch nicht immer lief für das OK alles nach Plan. In den letzten Jahren sorgte die Suche nach einem geeigneten Festgelände immer wieder für Probleme. Dieses Jahr ist Moser zufrieden: «Bereits das sechste Mal dürfen wir unsere Bühnen auf dieser Wiese in Birmenstorf aufstellen.» Dies sei nicht selbstverständlich, weiss Keller. «Schliesslich sind wir kein Jazzkonzert, Lärm ist garantiert.» Sie seien deshalb sehr glücklich, dass sie den Segen der Anwohner hätten. Noch ist es auf dem Feld ruhig. «Jetzt geht es in erster Linie darum, die Bühnen aufzubauen», sagt Moser und wirft einen prüfenden Blick auf die Uhr und auf das Feld.

Lost in Nature Festival vom 27. bis 29. Juli in Birmenstorf. Weitere Informationen unter: www.lin.mk2.ch

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