Autos, die Baden in Richtung Norden verlassen, sollen vermehrt die Route via Kappelerhof und Turgi wählen: Dies fordert der Obersiggenthaler Gemeinderat, der die Ansicht vertritt, seine Gemeinde leide seit der Eröffnung der Siggenthaler Brücke unter einer «regional überdurchschnittlichen Verkehrszunahme».

Das Ziel des Kantons, die Verkehrsbelastungen auf beiden Seiten der Limmat gleichmässig zu verteilen, sei gescheitert (die az berichtete). «Die meisten Automobilisten, insbesondere die ortskundigen, wählen den Weg via Nussbaumen und Kirchdorf anstatt jenen durch Kappelerhof und Turgi.

Der Grund dafür ist, dass die Route durch Obersiggenthal um 1,6 Kilometer kürzer ist», schreibt der Gemeinderat. Er fordert nun vom Kanton, die Signalisation beim Knoten Martinsberg so anzupassen, dass die Route nicht via Nussbaumen, sondern via Kappelerhof-Turgi führt.

Turgis Gemeindeammann Peter Heiniger reagiert mit Gelassenheit auf die Forderung der Gemeinde von der gegenüberliegenden Flussseite. «Klar ist, dass wir, wie jede andere Gemeinde, keine Freude an Zusatzverkehr hätten. Ich glaube aber nicht, dass eine Anpassung der Signalisation viel ändern würde. Denn Autofahrer wählen ihren Weg selber, suchen sich stets den schnellsten Weg.»

Vor allem bei ortskundigen Pendlern würde eine neue Signalisation nicht viel bewirken. Allenfalls könnten mit einem neuen Wegweiser vereinzelt Autofahrer, die sich nicht auskennen, zur Fahrt über Turgi animiert werden. «Aber auch daran zweifle ich, denn Navigationsgeräte empfehlen gemäss meiner Erfahrung eine Fahrt über Obersiggenthal, um möglichst schnell von Baden Richtung Koblenz zu gelangen.»

«Die Verkehrsbelastung ist auch bei uns sehr hoch,» sagt Cornelia Haller, Präsidentin des Quartiervereins Kappelerhof. «Es wäre interessant, eine Verkehrszählung durchzuführen.» Sie sei nicht sicher, ob die Aussage stimme, dass der Kanton mit dem Ziel gescheitert sei, den Verkehr auf beiden Seiten der Limmat gleichmässig zu verteilen.

«Auch auf der Bruggerstrasse ist die Verkehrsbelastung jeden Morgen und jeden Abend sehr gross.» Alle, die in Richtung Brugg fahren, wählten den Weg via Kappelerhof und Turgi. «Ich gehe aber nicht davon aus, dass eine neue Signalisation die Verkehrsströme ändern würde.»