Wettingen
Die Dreifachturnhalle Margeläcker kommt vors Volk

Einwohnerrat sagt Ja zur Dreifachturnhalle «Margeläcker» – doch Kritik blieb nicht aus.

Carla Stampfli
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Die neue Dreifachturnhalle wird dreigeschossig und teilversenkt. zvg/Visualisierung

Die neue Dreifachturnhalle wird dreigeschossig und teilversenkt. zvg/Visualisierung

zvg/Nägele Twerenbold Architekte

Die Einwohnerratssitzung am Mittwochabend war für Gemeinderätin Yvonne Feri (SP) und Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) nicht nur die letzte des Jahres, sondern auch die letzte überhaupt. Doch bevor die beiden aus dem Gremium verabschiedet wurden, hatte der Einwohnerrat noch über den Kreditantrag von rund 12,8 Millionen Franken für den Neubau einer Dreifachturnhalle in der Schulanlage Margeläcker sowie über die Unterstützung von «Little Wettige» (siehe Text unten) zu befinden.

Die Dreifachturnhalle an sich war unbestritten: Sowohl die Finanzkommission (Fiko) als auch die Parteien waren sich einig, dass es eine zusätzliche Halle braucht. «Unsere bestehenden Turnhallen sind von morgens bis abends belegt. Wir haben derzeit ein Defizit von über zwei Hallen», sagte Alain Burger (SP) im Namen der Fiko. Um den Bildungsauftrag zu erfüllen, sei eine neue Turnhalle zwingend notwendig.

Kirsten Ernst von der Fraktion SP/WettiGrüen, die in wenigen Wochen in Yvonne Feris Fussstapfen tritt, fügte hinzu: «Der Bedarf ist seit langem bekannt. Es ist wichtig, dass es nun zu keinen Verzögerungen kommt und die Dreifachturnhalle rechtzeitig für das Schuljahr 2018/2019 fertiggestellt wird.» Andreas Benz (CVP) zeigte sich erfreut, dass Wettingen den Bedarf erkannt hat und reagiert. «Das vorliegende Projekt überzeugt.» Damit bekenne man sich zum Sport in der Schule sowie in den Vereinen. «Jetzt erwarten wir ein griffiges Konzept für die Nutzung der Turnhalle ausserhalb der Schulzeit.»

Neben positiven Voten gab es aber auch Kritik. So wurde verschiedentlich bemängelt, dass auf der Dreifachturnhalle keine Photovoltaikanlage gebaut werden kann – aufgrund der sägeartigen Silhouette des Scheddachs. Es sei skandalös, sagte Leo Scherer (WettiGrüen), dass sich der Gemeinderat leiste, nicht auf erneuerbare Energien zu setzen. «Ich werde aus Protest gegen den Kredit stimmen und hoffe, dass sich einige dem anschliessen.» Orun Palit (GLP) schloss sich dem Protest zwar nicht an, sagte aber: «Wir finden, dass eine Photovoltaikanlage zu einer modernen Anlage dazugehört.»

12. Februar 2017 wird abgestimmt

Gemeinderat und Bauvorsteher Daniel Huser (SVP) dankte für die «sehr gute Aufnahme des Projekts». Er sagte, dass sich nach Prüfung des Elektrizitäts- und Wasserwerks EWW eine Photovoltaikanlage auf dem Scheddach zwar als ungeeignet herausgestellt hatte, es jedoch andere Anlagen im «Margeläcker» gibt, die dafür infrage kommen könnten.

Obwohl viele bedauerten, dass man mit dem Neubauprojekt eine Chance für die Nutzung von Sonnenenergie vertan habe, genehmigte der Einwohnerrat den Kredit: mit 42 Ja- zu 2 Nein-Stimmen. Nun wird das Kreditbegehren am 12. Februar 2017 dem Stimmvolk unterbreitet. Wird die Dreifachturnhalle angenommen, soll mit dem Bau im Mai 2017 gestartet werden. Geplant ist, dass die neue Halle im Juli 2018 steht – in etwa zeitgleich mit der unterirdischen Dreifachturnhalle, die der Kanton derzeit auf der Klosterhalbinsel baut.

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