Rohrdorferberg

Die Fälle häuslicher Gewalt häufen sich

Auch Streitereien gelten als Akt der häuslichen Gewalt.

Auch Streitereien gelten als Akt der häuslichen Gewalt.

Die Repol verzeichnete 2015 eine Verdoppelung der häuslichen Gewaltsfälle in der Region. Die Zunahme hat aber auch mit der Sensiblisierung der Bevölkerung für das Thema zu tun.

Häusliche Gewalt hat im Gebiet der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal stark zugenommen. Das ist dem Jahresbericht 2015 der Repol zu entnehmen. So hat sich die Anzahl Fälle im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt: von 40 auf 81.

Dieser Anstieg führt Polizeichef Daniel Schreiber auf die Einführung eines neuen Formulars zur Erfassung solcher Fälle zurück. Dabei wird schon eine rein verbale Auseinandersetzung als häusliche Gewalt angesehen. Doch das ist nicht der einzige Grund. Beispielsweise hat in den letzten Jahren eine Sensibilisierung der Bevölkerung stattgefunden. Das hat zur Folge, dass Betroffene und deren Umfeld nun schneller reagieren. «Die Nachbarn der Streitenden greifen schneller zum Hörer als früher, um die Polizei zu rufen», sagt Schreiber. Ein weiterer Grund für den Anstieg ist der Bevölkerungszuwachs: Nimmt die Einwohnerzahl zu, steigt auch die Anzahl der Vorfälle.

Das hat zur Folge, dass häusliche Gewalt kantonsweit zunimmt. So hat die kantonale Anlaufstelle für häusliche Gewalt auch mehr Meldungen erhalten. Die Stelle wird von jedem Fall in Kenntnis gesetzt, der von der Polizei protokolliert wird. Isabelle Holder, Leiterin der Anlaufstelle, ist über die Änderungen im Vorgehen der Polizei erfreut. Denn: «Selbst, wenn es sich ‹nur› um eine verbale Auseinandersetzung handelt, kann schon vielmehr dahinterstecken.» Zudem dürfe man nicht vergessen, es gebe nicht nur physische, sondern auch psychische beziehungsweise verbale Gewalt, so Holder.

Kriminaltouristen fordern Polizei
Generell wurde die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal im letzten Jahr stark gefordert. So wurde sie zu insgesamt 838 Einsätzen gerufen. Zum Vergleich: 2014 waren es 100 weniger. Mehr Arbeit bescherten der Regionalpolizei auch die Kriminaltouristen. Um auf die immer wieder auftretenden kriminellen Gruppen zu reagieren, patrouillierten die Polizisten – zusätzlich zu den ordentlichen Patrouillen und Verkehrskontrollen – während rund 400 Stunden zu Fuss. Ebenfalls angestiegen sind die Anzeigen nach Strafgesetzbuch. Gab es 2014 bloss 93, hat sich die Zahl auf 131 erhöht.

Eine Zunahme verzeichnete die Repol ebenfalls bei den Ordnungsbussen. Die Anzahl stieg von 1859 Bussen auf 1962 an. Besonders oft wurde das Verbot für Motorfahrzeuge missachtet. So wurden 2015 deswegen 164 Bussen ausgestellt – im Jahr zuvor waren es bloss 75. Eine Abnahme zeigt sich hingegen bei den Festnahmen, den Anhaltungen und den Personen, die in polizeiliche Gewahrsam genommen wurden: Diese sanken von 35 auf 22.

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