Die Oberrohrdorfer zahlen immer weniger Steuern – und das schon seit Jahren. So sanken die Steuererträge pro steuerpflichtige Person innerhalb von sechs Jahren um 572 Franken – von 5311 auf 4739 Franken.

Diese Abnahme um 10,8 Prozent kam zustande, obwohl die Anzahl Steuerpflichtiger um 10,9 Prozent gewachsen ist. Wegen der Unternehmenssteuerreform und immer mehr Steuerabzügen würden die Oberrohrdorfer weniger Steuern abgeben, heisst es in den Erläuterungen zur Jahresrechnung 2013.

Einen weiteren Grund sieht die Gemeinde in der Bevölkerungsstruktur. «Die Überalterung führt in unserer Gemeinde zu tendenziell tieferen Einkommen», heisst es in den Erläuterungen zur Jahresrechnung 2013. Gemessen an der Gesamtbevölkerung leben in Oberrohrdorf sehr viele Über-65-Jährige: Die Gemeinde belegt in dieser kantonalen Statistik den dritten Platz.

Die Reichen werden pensioniert

Auch die reichen Einwohner, von denen es in Oberrohrdorf einige gibt, vermögen die Ertragsrückgänge nicht aufzuhalten. «Viele der reichen Einwohner erreichen aktuell das Pensionsalter», sagt Gemeindeammann Daniel Hug. Das lasse auch deren Einkommen zurückgehen.

Letztlich schloss die Jahresrechnung mit einem Nettoertrag von 11,5 Millionen Franken – budgetiert waren 12,3 Millionen Franken. Der Nettoaufwand betrug 9,9 Millionen Franken, was zu einem Eigenfinanzierungsbetrag von 800 000 Franken führte.

Guthaben: Von 4 auf 0,5 Millionen

Das Guthaben der Gemeinde schrumpft wegen der sinkenden Steuererträge ebenfalls. 2008 lag es bei fast vier Millionen – heute beträgt es etwas mehr als eine halbe Million. Geht diese Entwicklung weiter, muss sich die Gemeinde irgendwann verschulden, um weiterhin Investitionen zu tätigen.

Die Gemeindeversammlung am Dienstag nahm die Jahresrechnung 2013 ohne Gegenstimme an, genauso wie alle restlichen Geschäfte. Gerade mal 75 von 2770 Stimmberechtigten kamen zur Schulanlage Hinterbächli, wo die Gemeindeversammlung im Freien stattfand. Was sind die Gründe? «Die Leute sind sicher gespannt auf die nächste Gemeindeversammlung», vermutet Gemeindeschreiber Thomas Busslinger. Zudem habe es keine streitbaren Geschäfte gegeben. Innert 45 Minuten war die Versammlung vorbei. «Das ist rekordschnell», sagt Busslinger.

Unter anderem nahm die Versammlung einen Kredit über 815 000 Franken für die abwassertechnische Sanierung der Zürcherstrasse an, sowie den Zusatzkredit für die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) an und die Auflösung der Repla Rohrdorferberg-Reusstal. Mehr Diskussionen wird vermutlich die Gemeindeversammlung im Dezember bringen, wo das Budget 2015 zum Thema wird.