Fislisbach
Die Filexis AG feiert Jubiläum - mit fast 100 Prozent Frauenquote

Die Filexis AG von Gründer Fritz Fischer feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. Inzwischen hat Fitz Fischer sein Arbeitspensum reduziert und die Firma fest in Frauenhände übergeben - mit Ausnahme von ihm und seines Sohnes.

Manuel Bühlmann
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Fritz Fischer mit der Geschäftsleitung: (v.l.) Astrid Staerkle Hebeisen, Petra Gsell, Tanja Wiegers-Fischer und Silvia Schorno. Annika Bütschi

Fritz Fischer mit der Geschäftsleitung: (v.l.) Astrid Staerkle Hebeisen, Petra Gsell, Tanja Wiegers-Fischer und Silvia Schorno. Annika Bütschi

Die Frage nach dem Warum hätten ihm damals einige gestellt, sagt Fritz Fischer. Warum er mit 48 Jahren seinen sicheren Direktorenposten bei den Regionalen Verkehrsbetrieben Baden-Wettingen (RVBW) kündigte, um selbstständig zu werden. Doch bereuen musste er den Entscheid nie: «Arbeit gab es von Anfang an genug.» Aus dem Kleinbetrieb von damals ist ein Unternehmen mit zwölf Mitarbeitenden geworden, das nun sein 20-Jahr-Jubiläum feiern kann.

Tochter folgt auf Vater

Die Fritz Fischer Treuhand AG heisst inzwischen Filexis AG. Seit der Fusion 2011 mit der Localis AG ist sie auch im Immobiliengeschäft tätig. Die Zusammenlegung der beiden Firmen, die beide Fischer gehörten, sei der logische Schritt gewesen. «Die Firmen waren nur auf dem Papier getrennt.» Entsprechend reibungslos verlief der Wechsel. «Die einzige Schwierigkeit anfänglich war, sich mit dem richtigen Firmennamen am Telefon zu melden», sagt Tochter Tanja Wiegers-Fischer schmunzelnd. Sie arbeitet bereits seit über zwölf Jahren im Betrieb und hat vor drei Jahren die Geschäftsleitung von ihrem Vater übernommen.

Schon früh stand für Fritz Fischer fest, dass er im Alter von 65 sein grosses Arbeitspensum reduzieren wollte. Jahrelang habe er weit über 100 Prozent gearbeitet, sagt der ehemalige Friedensrichter. Eine schwere Operation beschleunigte seinen Rückzug aus der Firma. «Als ich damals drei Monate arbeitsunfähig war, habe ich gesehen, dass der Betrieb trotzdem weitergelaufen ist.» Es zahlte sich aus, dass er den Wechsel bereits vorbereitet hatte. Nach dieser Erfahrung habe er entschieden, sein Büro zu räumen. Heute arbeitet der Firmengründer nur noch bei Spezialaufgaben mit und berät einzelne Kunden. «Jeden Tag komme ich nicht mehr im Büro vorbei», sagt er. Um Abstand zu halten, arbeite er zu Hause und habe nur noch im hintersten Bereich des Büros einen Arbeitsplatz eingerichtet.

Treue Mitarbeiterinnen

Vereinfacht hat den Übergang, dass viele der Mitarbeiterinnen über die Jahre dem Unternehmen die Treue hielten. Silvia Schorno, Mitglied der Geschäftsleitung, arbeitete als Chefsekretärin bereits bei den RVBW mit Fritz Fischer zusammen und gehört seit Beginn zur Firma. Petra Gsell ist fast genauso lang dabei und zählt ebenfalls zur Geschäftsleitung. Diese ist wie die gesamte Firma in Frauenhand: Mit Ausnahme von Fritz Fischer und seinem Sohn, die beide im Verwaltungsrat sind, beträgt die Frauenquote des Unternehmens 100 Prozent. «Das hat sich so ergeben. Ich habe nicht bewusst danach gesucht», sagt Fritz Fischer. «Aber ich bin immer gut gefahren mit Frauen.»

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