Baden
Die Firma buag wird schrittweise von Dättwil nach Laufenburg verlagert

Die Firma buag wird endgültig mit der Laufenburger Firma Binkert zusammengelegt. Dättwil verliert damit ein Grafikunternehmen. 32 Mitarbeiter der buag werden nach Laufenburg verlagert, weitere könnten folgen. 16 Stellen werden gestrichen.

Daniel Vizentini
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Der Standort der buag in Dättwil wird mittelfristig aufgehoben.dvi

Der Standort der buag in Dättwil wird mittelfristig aufgehoben.dvi

Die grafische Branche hat es nicht leicht in der Schweiz. Technische Neuerungen lassen die Druckproduktivität steigen, gleichzeitig stagniert die Nachfrage nach gedruckten Medien. Dies bekommt auch die traditionsreiche Firma buag in Baden-Dättwil zu spüren. Bis Juli werden die Abteilungen grossformatiger Bogendruck und Druckweiterverarbeitung von der buag ins Schwesterunternehmen Binkert Druck in Laufenburg verlagert. 32 der 67 Mitarbeiter der buag werden dort weiterbeschäftigt, 16 werden entlassen. In Dättwil bleibt die Abteilung Online-Drucksachen-Management mit 19 Mitarbeitern bestehen. Ob diese später ebenfalls nach Laufenburg zügeln muss, werde mittelfristig geprüft und entschieden, schreibt die Bige Holding AG – die Alleinaktionärin der beiden Unternehmen – in einer Mitteilung.

Binkert Druck und buag werden künftig als neue Firma unter dem Namen binkert-buag AG auftreten. Mit der Fusion sollen Synergien genutzt und Arbeitsprozesse optimiert werden. In Dättwil und in Laufenburg werden zurzeit identische Druckmaschinen für den sogenannten Grossdruck betrieben. Gemäss Bernhard Binkert, Verwaltungsratspräsident der Bige Holding AG, soll die Maschine in Dättwil künftig stillgelegt werden. «In Laufenburg besitzen wir das Gebäude und haben noch Landreserven», sagt Binkert.

Eine zukünftige Erweiterung des Druckzentrums sei möglich. Platz für die 32 Mitarbeiter aus Dättwil gäbe es in Laufenburg noch nicht. «Wir werden die Abteilungen etappenweise verlagern und sicherlich etwas zusammenrücken müssen.»

Gemäss dem Geschäftsführer der buag, Stephan Kopf, sollen mittelfristig alle Abteilungen der buag nach Laufenburg verlagert werden, denn in Dättwil ist die Firma in das Gebäude eingemietet, was zusätzliche Kosten verursacht. Weil in Laufenburg die nötige Infrastruktur noch nicht steht, könne dies aber noch Monate oder gar Jahre dauern.

Baden Verlag bleibt bestehen

Die Mitarbeiter beider Unternehmen sind am Montag über die Neustrukturierung informiert worden. In Dättwil hätten sie die Nachricht gefasst aufgenommen und seien nicht überrascht gewesen, zumal sie von der schlechten Lage in der Branche gewusst haben, so Stephan Kopf. Zum Stellenabbau läuft nun die gesetzliche Vernehmlassungsfrist von 14 Tagen. «Wir sind offen für Ideen, wenn diese wirtschaftlich machbar sind», sagt Binkert. Den entlassenen Mitarbeitern werde bei der Arbeitssuche «volle Unterstützung» angeboten.

Im Bereich Online-Drucksachen-Management ist die buag in der Schweiz marktführend. Zudem lassen viele Gemeinden in der Region ihre Dorfchroniken von der buag drucken. Diese Dienstleistungen sollen weiterhin angeboten werden, nur werden die Bücher künftig in Laufenburg gedruckt. Der Baden Verlag bleibt bestehen, versichert Binkert.

2005 hatten die beiden ehemals eigenständigen Firmen Binkert und buag bereits eine Partnerschaft vereinbart. Damals hatte die Bige Holding AG die Mehrheit der Aktien der buag erworben. 2008 wurden die restlichen Firmenanteile übernommen. Nun ist die Fusion gänzlich besiegelt.

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