Baden

Die Frauen räumen am «Fantoche» ab – wegen Corona weniger Eintritte als 2019

Am 18. internationalen Festival für Animationsfilm in Baden wurden die Gewinnerinnen gekürt. Neun der dreizehn Preisträgerinnen sind Frauen, zwei Preise gehen an Männer und zwei an Kollektive.

Fünf Tage lang hat das «Fantoche» in Baden 361 Kurz- und Langfilme gezeigt. 13 Filme zeichnete das internationale Festival für Animationsfilm nun am Sonntagabend im Trafo aus. Als Bühnenkünstlerin Jane «the Pain» Mumford und Schauspielerin Momo «the Maniac» Kunz Festivaldirektorin Annette Schindler auf die Bühne baten, fragten sie mit trauriger Stimme: «Ist es jetzt schon wieder vorbei?»

Im Zentrum der 18. Ausgabe standen Gastland Dänemark, die Heldinnen – und Corona. Das «Fantoche» sei in diesem Jahr eine abenteuerliche Fahrt gewesen», sagte Annette Schindler. «Als würden wir das Festival zum ersten Mal durchführen.» Trotz grosser Nervosität zu Beginn habe vieles geklappt. «Und für einmal erwartet niemand von uns einen Besucherrekord», ergänzte sie und sprach die rund 15800 Eintritte an, die das Festival dieses Jahr verzeichnete – fast 10000 weniger als 2019.

Die Kinosäle waren wegen der Abstandsregeln zwischen sich fremden Menschen nur etwa zur Hälfte ausgelastet. «Vielleicht werden jetzt kleinere Festivals wieder mehr geschätzt», sagte Schindler. Und SVP-Grossrätin Michaela Huser ergänzte: «Im Coronajahr ist nichts selbstverständlich, auch die Durchführung des Fantoche nicht.»

Corona spürte man bis zuletzt: Viele der Preisträger schickten ihre Dankesbotschaft via Video. Eine der Anwesenden war die Russin Alla Vartanyan, die den Kinderpublikumspreis für ihren Film «Apple Tree Man» entgegennahm. «Für mich ist dies der wichtigste Preis, da er von Kindern kommt – für einen Film, den ich Kindern widmete», sagte sie. Als bester Film im internationalen Wettbewerb wurde die Schwedin Niki Lindroth von Bahr für «Something to Remember» ausgezeichnet. Sie schickte ein Video aus Manchester, wo sie gerade an einer Netflix-Produktion arbeitet. «Ich hoffe, euch alle bald wieder zu sehen», sagte sie in die Kamera, während ihr Kind neben ihr genüsslich in eine Banane biss.
Von den elf anderen ausgezeichneten Filmen gingen zwei an Kollektive, zwei an Männer und weitere sieben an Frauen. "Special Mention" der Kinderjury ging ebenfalls an einen Mann.

Alle Gewinner im Überblick 

Internationaler Wettbewerb:

Jury: Réka Bucsi (HU), Ilze Burkovska Jacobsen (LV, NO), Anja Kofmel (CH), Aneta Ozorek (NL), Ágota Végsó (DK; HU)

Best Film: «Something to Remember», Niki Lindroth von Bahr, SE 2019 High Risk: «Freeze Frame», Soetkin Verstegen, BE 2019 New Talent: «Précieux», Paul Mas, FR 2020 Best Sound: «Cage Match», Bryan Lee, US 2019 Publikumspreis: «Ties», Dina Velikovskaya, RU 2019

Schweizer Wettbewerb:

Jury: Cécilia Bovet (CH), Rikke Planeta (DK), Nidia Santiago (F)

Jugendjury (Swiss Youth Award): Vaud: Aléna Kayamaré, Cristina Reichenbach; Ticino: Naomi Pedrioli, Gilda Giger, Rosanna Suter, Filipe Mendes; Aargau: Kim Leandra Fischer, Benjamin Opderbecke

Best Swiss: «Aletsch Negative», Laurence Bonvin, CH 2019 High Swiss Risk: «Little Miss Fate», Joder von Rotz, CH 2020 New Swiss Talent: «THE EDGE», Zaide Kutay, Géraldine Cammisar, CH 2020 Fantastic Swiss: «Interdimensional Melancholy», Team Tumult, CH 2019 Swiss Youth Award: «Average Happiness», Maja Gehrig, CH 2019 Publikumspreis: «Signs», Dustin Rees, CH 2020

Kinderfilm-Wettbewerb

Kinderjury Eine siebenköpfige Kinderjury mit Kindern im Alter von 6 – 12 Jahren wählt den «Best Kids»-Award. Die Betreuung der Kinderjury erfolgt durch den Kinderfilmklub «Die Zauberlaterne».

Best Kids: «Avec le do de la cuillère», Laurent Wassouf, Clément Crosnier, Edgard Cros, Theoline Chapas, Nolwenn Pétereau, Anouk Nedellec , Lucas Ancel, FR 2019 Special Mention: «La pêche miraculeuse», Fabrice Luang-Vija , FR 2019

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