In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Bezirken Baden und Zurzach planten die vier Wehntaler Ortschaften Niederweningen, Oberweningen, Schöfflisdorf und Schleinikon in den vergangenen Jahren den Zusammenschluss zu einer Gemeinde mit rund 7000 Einwohnern. Ende 2014 herrschte bei den Befürwortern des Projekts gar Euphorie, nachdem die Stimmbürger aller vier Gemeinden an der Urne mit Zweidrittelmehrheiten für eine Intensivierung der Fusionsgespräche gestimmt hatten. «Jetzt bin ich überzeugt, dass die Fusion sehr gute Chancen hat», liess sich Oberweningens Gemeindepräsident damals zitieren.

Umso überraschender der Inhalt des Communiqués der vier Gemeinderäte von gestern Mittwoch: «Die Wehntaler Gemeinderäte haben an ihren Gemeinderatssitzungen entschieden, dass sie ihren jeweiligen Stimmbürgern eine Fusion der vier politischen Gemeinden zur Ablehnung empfehlen.» Voraussichtlich im Sommer 2017 werden die Urnenabstimmungen über den Gemeindezusammenschluss stattfinden.

Der Zusammenschluss lohne sich aus finanzieller Sicht nicht, lautet die wichtigste Erkenntnis der jüngsten Abklärungen. «Heute erhalten die vier Gemeinden und die Schule Wehntal jährlich insgesamt 700 000 Franken mehr kantonalen Finanzausgleich, als dies bei einer zusammengeschlossenen Gemeinde Wehntal der Fall wäre», heisst es. Zwar würde der Kanton Zürich das Fusionsprojekt tatsächlich finanziell Unterstützen –  jedoch nur mit einem einmaligen Betrag, der die langfristigen Nachteile nicht wettmachen könnte, erklärt Alois Buchegger, Gemeindepräsident von Schöfflisdorf und Sprecher des Fusionsprojekts. In der Mitteilung werden weitere Gründe genannt, die für eine Ablehnung sprechen: Die Reduktion auf einen Gemeinderat im Wehntal mit einer entsprechend grösseren Verwaltung führe zu keinen Kosteneinsparungen. Ausserdem sei bei einem Gemeindezusammenschluss mit hohen Kosten für das Zusammenführen der Verwaltungen, der verschiedenen Infrastrukturen und der Archive zu rechnen. Gleichzeitig bestehe bei keiner der vier involvierten Gemeinden ein Fusionszwang aus finanziellen und strukturellen Gründen.

Die Chancen auf einen Zusammenschluss dürften mit der neusten Mitteilung der Gemeinderäte zweifellos sinken. Sollten sich die Stimmbürger nächsten Sommer an der Urne trotz gegenteiliger Empfehlung für eine Fusion aussprechen, würden die Gemeinderäte «die dazu notwendigen Schritte» aber einleiten, heisst es in der Mitteilung.