Baden-Rütihof
Die Gartenarbeit hilft bei der Integration in den Schweizer Alltag

Mehrere Flüchtlingsfrauen haben seit März den Heks-Garten bewirtschaftet. Nun feiern sie die gute Ernte mit einem Sommerfest. Sie nehmen mehr als nur Gemüse mit nach Hause. Der Garten hilft bei der Integration in den Schweizer Alltag.

Erna Lang-Jonsdottir
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Deutschkurs im Garten: Brigitte Denk (links) vom Heks erklärt den Frauen, wie die Pflanzen heissen. Bilder: Erna Lang
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Gartenarbeit, Deutschkurs und vieles mehr

Deutschkurs im Garten: Brigitte Denk (links) vom Heks erklärt den Frauen, wie die Pflanzen heissen. Bilder: Erna Lang

Erna Lang

«Ein Garten ist wie ein Kind. Er verursacht Arbeit, doch er gibt vieles zurück», eröffnet Gartenfachfrau Brigitte Denk vom Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) das Sommerfest im Heks-Garten in Rütihof. Auf einem schön dekorierten Tisch stehen einheimische Spezialitäten, zubereitet von zehn Flüchtlingsfrauen aus sieben Nationen. Die Stimmung ist gut, auch wenn etwas Wehmut zu spüren ist: Mit dem Herbst nähert sich das Ende der Gartenarbeit. Einer Arbeit, die für die Flüchtlingsfrauen von Bedeutung ist.

Die Gartensprache ist Deutsch

Mit dem Projekt «Neue Gärten Aargau» bietet das Heks Flüchtlingsfrauen unter anderem das Erlernen des biologischen Gartenbaus. «Der Heks-Garten in Rütihof ist im zweiten Jahr», fährt Denk fort. Am Fest sind Vertreter der reformierten Kirche Baden und der römisch-katholischen Kirche Rütihof, Helferinnen und Helfer. Der Start im Jahr 2010 sei schwierig gewesen.

«Mit Muskelkraft haben die Flüchtlingsfrauen und die Helferinnen aus einer Rinderweide Beete gemacht.» Was man heute sehe, sei toll. «Dieses Jahr haben zehn Flüchtlingsfrauen und vier Helferinnen den Garten bebaut.» Es sei ein intensives Jahr gewesen. «Nach dem starken Hagel dachten wir, dass alles kaputt ist», blickt Denk zurück. Doch die Ernte sei gut ausgefallen.

Nicht nur Gemüse

Nebst Gemüse nehmen die Flüchtlingsfrauen noch mehr mit nach Hause: Ein Teil des Integrationsprogramms ist das Schaffen von Kontakten, die Vernetzung sowie die Gartensprache Deutsch. «Die Frauen sind sehr interessiert und lernbegierig», weiss Denk. Dabei findet ein wichtiger und vielseitiger Austausch statt. «Für eine gelungene Integration braucht es den Austausch und die gegenseitige Unterstützung. Austausch ist unser Schlüsselwort», betont Projektleiterin Claudia Rederer vom Heks.

Helferin Katrin Siegenthaler fügt hinzu: «Es ist ein Geben und ein Nehmen.» Wie viel die Flüchtlingsfrauen von dem Projekt profitieren, zeigt sich, als sich Ayanda mit gutem Deutsch zu Wort meldet: «Ich bin den ganzen Tag Asylantin. Der Garten gibt mir viel Selbstvertrauen und eine sinnvolle Beschäftigung.»

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