Wettingen
Die Geister scheiden sich am Schulhaus Zehntenhof

Die Schule soll organisatorisch und räumlich auf 6/3 vorbereitet werden. Die gesamte Planung basiert auf dem Schulraumkonzept, das die Gemeinde im Juni 2012 präsentiert hatte.

Dieter Minder
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Spielplatz beim Schulhaus Altenburg
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Schulanlage Margeläcker
Schulhaus Margeläcker
Wettinger Schule stellen auf 6/3 um
Schulanlage Dorf Schulhaus Lägern links Schulhaus Sulpberg rechts
Schulhaus Altenburg
Bezirksschule
Mittagstisch im Schulhaus Altenburg
Das ausgebaute Schulhaus Altenburg

Spielplatz beim Schulhaus Altenburg

dm

«Möglich sind beide Varianten, aber die von uns gewählte ist die für Wettingen geeignetere», sagt Vizeammann Heiner Studer. Es geht um die 6 Jahre dauernde Primarschule (6/3). Gemeinderat und Schulpflege wollen, dass die Kinder das 1. bis 4. Schuljahr in den dezentralen Schulanlagen Altenburg, Dorf und Margeläcker (Karte) besuchen. Die 5. und 6. Klasse sollen im Schulhaus Zehntenhof konzentriert werden.

«Der Klassenverband soll unverändert in die 5. Klasse wechseln, die Kinder bleiben zusammen», betont Schulpflegepräsident Thomas Sigrist. Dagegen wehrt sich die «IG Sechs Jahre ein Schulhaus» (Text unten). Gebildet hat sich diese um das Elternteam Altenburg. Auskünfte wollen sie nicht geben. «Wir haben eine andere Informationsstrategie und melden uns», sagt Marion Rutsche auf Anfrage der az.

Die 7. bis 9. Schuljahre sollen in der Bezirksschule sowie, für die Real- und Sekundarschule, im Schulhaus Margeläcker angeboten werden. Die gesamte Planung basiert auf dem Schulraumkonzept, das die Gemeinde im Juni 2012 präsentiert hatte.

Chance für die Schwächeren

Mit dem von der Gemeinde Wettingen gewählten System werden die Kinder nach je 2 Jahren die Lehrkraft wechseln. Sie werden die letzten beiden Jahre, vor dem Übertritt in die Sek oder Bez bei derselben Lehrkraft unterrichtet werden. «Damit erhalten auch Schwächere mit einer neuen Lehrkraft eine neue Chance», sagt Sigrist. Die Alternative wäre das System mit je 3 Jahren bei derselben Lehrkraft. Der Kanton hat es den Gemeinden freigelassen, zu welchen sie sich entscheiden wollen.

Bisher mussten die Kinder des 6. Schuljahres in die Bez, ins Margeläcker oder in den Zehntenhof. Mit der Konzentration im Neubau Zehntenhof kommt es ab dem 5. Schuljahr zu einem längeren Schulweg. Dies ist nach Ansicht von Studer akzeptabel. Bisher hatten die Jugendlichen ab dem 6. Schuljahr einen längeren Schulweg in Kauf zu nehmen.

Forderung: dezentrale Schulhäuser

Gegen die von den Behörden geplante Aufteilung der Primarstufe wendet sich eine Frauengruppe, des Elternteams Altenburg (Hauptartikel). Sie ist der Ansicht, dass der beabsichtigte «kontinuierliche Aufbau von Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz» so nicht erfüllt werde. Die Qualität der Schule werde beeinträchtigt. Wenn 360 vorpubertäre Schüler in einem Schulkreis konzentriert würden, entstünden Konflikte zulasten des Kindswohles. Weiter warnt die Gruppe vor längeren Schulwegen, womit die Zeit für Mittagessen und Pausen abnehme. Sie zweifeln an der Eignung der Kinder, den Schulweg mit dem Velo zurücklegen zu können. Deshalb würden die Eltern-Taxifahrten zunehmen, wodurch ein erhöhtes Gefährdungspotenzial bestehe. Aus ihrer Kritik heraus fordert die Gruppe, entweder die bestehenden Schulhäuser zu erweitern oder ein viertes Primarschulhaus an einem weiteren Standort aufzustellen. (dm)

Für die Schule wird gebaut

«Unsere jüngsten Kinder sollen den möglichst kürzesten und sichersten Schulweg haben», sagt Schulpflegepräsident Sigrist. Deshalb werden Kindergärten sehr dezentral angeboten. So haben, im Hinblick auf die Bautätigkeit am Ostrand des Ortes, die Bauarbeiten für den Doppelkindergarten Langäcker in diesen Tagen begonnen (Karte).

Im dort entstehenden Gebäude werden auch die Tagestrukturen untergebracht. Das Schulhaus Altenburg (Karte) wurde bereits ausgebaut. Die Schulhäuser Lägern und Sulperg, sie bilden den Schulkreis Dorf, wurden saniert. Momentan läuft die Planung für den Ausbau der Schulanlage Margeläcker (AZ vom 25. 2.). Auf deren Areal ist auch eine Dreifachturnhalle geplant. Voraussichtlich im Herbst wird der Einwohnerrat über den Projektierungskredit Zehntenhof entscheiden.

Geschäftsleitung für die Schule

«Mit rund 2500 Schülerinnen und Schüler ist die Schule ein grosser Betrieb, der eine professionelle Führungsstruktur benötigt», sagt Sigrist (Schülerprognosen). Die acht Schulleiter, einer pro Schulkreis, bleiben erhalten. Das Schulsekretariat und der Vorsitz in der Schulleitungskonferenz sollen in einer Geschäftsleitung zusammengefasst werden. Die Schulpflege bleibt als strategisches Gremium erhalten.

Einwohnerratssitzung: Donnerstag, 14. März, 19 Uhr, Rathaussaal