Budget
Die Gemeinde Ennetbaden schreibt als einzige schwarze Zahlen

Im Unterschied zu den umliegenden Gemeinden ist die finanzielle Lage Ennetbadens komfortabel, obschon ebenfalls grosse Investitionen, wie etwa beim Postplatz oder der Neugestaltung der Bäderstrasse anstehen.

Pirmin Kramer
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Ennetbaden vom Badener Bahnhofplatz aus gesehen.

Ennetbaden vom Badener Bahnhofplatz aus gesehen.

Daniel Vizentini

Mehrere Gemeinden in der Region Baden müssen im kommenden Jahr drastische Massnahmen ergreifen, damit die Finanzen nicht aus dem Lot geraten. Obersiggenthal will den Steuerfuss um gleich sieben Prozent erhöhen, Wettingen plant Landverkäufe, und in Baden läuft ein Sparprogramm.

Ursache für die finanzielle Baisse sind in diesen drei Ortschaften hauptsächlich stark sinkende Steuererträge, während gleichzeitig Investitionen in Millionenhöhe bevorstehen.

Nun hat auch Ennetbaden das Budget 2016 veröffentlicht – aller Voraussicht nach steht ein finanziell sorgenfreies Jahr bevor. Die Gemeinde schreibt schwarze Zahlen: Beim operativen Ergebnis wird ein Überschuss von 390 000 Franken budgetiert.

Dies vor allem dank des guten Steuerertrages, der mit 13,7 Millionen Franken leicht höher ausfällt als im laufenden Jahr (+300 000 Franken), bei gleichbleibendem Steuerfuss von 100 Prozent.

Ennetbaden zählt kantonsweit zu den Gemeinden mit den höchsten Pro-Kopf-Steuereinnahmen, vor allem dank der exklusiven Wohnlage am Hang in Stadtnähe, die in den vergangenen Jahrzehnten Gutbetuchte angelockt hat.

Den leicht gestiegenen Nettoaufwand bei der Verwaltung von rund 190 000 Franken kann Ennetbaden gut verkraften. Steigende Kosten erwartet der Gemeinderat in den Bereichen Gesundheit (+14,8 Prozent) und soziale Sicherheit (+7 Prozent).

Dass Gemeinderätin und Finanzchefin Elisabeth Hauller (CVP) die finanzielle Lage als komfortabel bezeichnet, hat auch mit der hohen Selbstfinanzierung zu tun: Angesichts der seit längerem andauernden Investitionsphase hat sich der Gemeinderat schon vor Jahren das Ziel gesetzt, eine Selbstfinanzierung von jährlich mindestens 2,5 Millionen Franken zu erreichen.

Dazu wurde auf das Jahr 2012 eine Anpassung des Steuerfusses um 5 Prozentpunkte nötig. Die hohe Selbstfinanzierung hilft Ennetbaden, die Verschuldung trotz grossen Projekten verkraftbar zu halten: Von den geplanten Nettoinvestitionen von 6,2 Millionen Franken kann die Gemeinde rund 40 Prozent aus eigener Kasse bezahlen.

Hohe Investitionen tätigt Ennetbaden nächstes Jahr bei Strassenprojekten. Weil in den kommenden Jahren diverse weitere Investitionen bevorstehen, wie etwa zwei Schulhaussanierungen, werden die Gemeindeschulden bis ins Jahr 2020 auf rund 11,1 Millionen Franken ansteigen. Danach dürften sich die Schulden gemäss Finanzplan aber wieder rückläufig entwickeln.

Hauller stuft die Leistungsfähigkeit der Gemeinde trotz Auswirkungen des neuen Finanz- und Lastenausgleichs langfristig als gesund ein. Von solchen Aussichten können umliegende Gemeinden nur träumen.

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