Bergdietikon
Die Gemeinde nimmt einen zweiten Anlauf für das Seniorenzentrum

Nachdem das erste Projekt gescheitert ist, wird der Gemeinderat der Bevölkerung bald ein neues vorstellen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Auf dieser Parzelle an der Schönenbergstrasse in Bergdietikon sollte das Seniorenzentrum ursprünglich entstehen.

Auf dieser Parzelle an der Schönenbergstrasse in Bergdietikon sollte das Seniorenzentrum ursprünglich entstehen.

Schon zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen gibt es im Zusammenhang mit dem geplanten Bergdietiker Seniorenzentrum gute Nachrichten aus dem Gemeindehaus. Das ist alles andere als selbstverständlich: Immerhin hat das Thema in den letzten Jahren regelmässig für Misstöne und heftige Diskussionen gesorgt.

Dialog wird weitergeführt

Nun scheint das Schlimmste überwunden: Vor knapp zwei Wochen teilte der Gemeinderat mit, alle involvierten Parteien hätten sich zu einer Aussprache getroffen, die «konstruktiv und zielführend» gewesen sei. Gestern nun kam die nächste gute Nachricht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des runden Tischs hätten sich zum zweiten Mal getroffen, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Anwesend waren, wie schon beim ersten Treffen, Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats, der IG für eine sinnvolle Seniorenresidenz, der Ortsparteien, der Spitex Mutschellen sowie der Investorin Oase Holding AG. Es sei der Gruppe gelungen, den positiven Dialog weiterzuführen.

Zudem habe die Oase Holding AG den Anwesenden den aktuellen Stand der Überarbeitung des Projekts vorgestellt. Dieses sieht ein Pflegezentrum mit diversen Dienstleistungen und Altersmietwohnungen vor. Das neue Projekt soll der Bevölkerung am 12. April an einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

Erstes Projekt im Jahr 2012

Die ersten Pläne für eine Seniorenresidenz im Bergdietiker Weiler Kindhausen stellte der Gemeinderat Ende 2012 vor. Schon kurz darauf sorgte das Projekt, das von der Oase Holding AG als private Investorin hätte erstellt werden sollen, erstmals für Spannungen. Es wurde von Teilen der Bevölkerung, die sich später zu einer Interessensgemeinschaft zusammenschlossen, heftig bekämpft – vor allem, weil sie es als zu gross, unpassend und «Altersgetto» empfanden.

Mehrmals wurde im Streit zwischen Gemeinderat und der Interessensgemeinschaft auch der Kanton Aargau eingeschaltet. Dieser wies sowohl im Frühling 2014 als auch nochmals Ende 2015 je eine Beschwerde gegen den Gemeinderat zurück. Im Februar 2015 aber gab der Kanton den Anwohnern Recht: Aufgrund einer Beschwerde hob er den Gestaltungsplan für das geplante Projekt auf. Dieses sah ein Alterszentrum mit 75 Betten und rund 40 Mietwohnungen vor. Nun wird das Projekt überarbeitet.

Dienstag, 12. April, 19.30 Uhr in der Turnhalle: Informationsabend für die Bergdietiker Bevölkerung zum Seniorenzentrum Hintermatt.