Ehrendingen
Die Genossenschaft der Kleinkunst sucht noch weitere Mitglieder

Das Theater für Kleinkunst Bühne Heimat musste einen Notausgang bauen – jetzt ist die Kasse leer.

Barbara Scherer
Merken
Drucken
Teilen
«Wir haben den Bau des Notausgangs ursprünglich später geplant, deshalb ist jetzt ein finanzieller Engpass entstanden», sagt Franziska Herzog.

«Wir haben den Bau des Notausgangs ursprünglich später geplant, deshalb ist jetzt ein finanzieller Engpass entstanden», sagt Franziska Herzog.

Christian Hoefliger;zvg;

Die Genossenschaft Bühne Heimat Ehrendingen sucht dringend Neumitglieder. «Seit eineinhalb Jahren gibt es die Genossenschaft Bühne Heimat. Und bereits sind wir ein erstes Mal gefordert, zusammen zu stehen», schreibt der Vorstand der Genossenschaft in einem E-Mail. Es müssen so schnell wie möglich neue Genossenschaftsmitglieder her, heisst es weiter und dieser Auftrag verlange höchste Priorität. Grund für den dringenden Aufruf ist der neugebaute Fluchtweg aus dem Zuschauerraum.

Stolze 36 000 Franken hat der Notausgang die Genossenschaft gekostet. Dabei hat sie erst gerade im April 2015 die Teilliegenschaft des Wirtshauses zur Heimat gekauft. Hat sich die Genossenschaft womöglich damals überlupft, dass jetzt das Geld nicht mehr reicht? «Nein», sagt Franziska Herzog, Präsidentin der Genossenschaft Bühne Heimat. «Wir haben den Bau des Notausgangs ursprünglich später geplant, deshalb ist jetzt ein finanzieller Engpass entstanden.» Pleite sei die Genossenschaft aber deshalb nicht. Lediglich die Reserven seien aufgebraucht, so Herzog.

Gesetz verlangt nach Notausgang

Da die Räumlichkeiten Platz für 70 Zuschauer bieten und diese auch meistens belegt sind, verlangt das Brandschutzgesetz eine zweite Fluchtmöglichkeit. «Deshalb erhielten wir Ende 2015 die Auflage der Gemeinde, dass wir entweder einen zweiten Ausgang erstellen oder während der Vorstellungen eine Brandwache organisieren», sagt Herzog.

So standen während der Hälfte der Saison 2016 immer zwei Feuerwehrmänner in den Vorstellungen. «Diese Option funktionierte gut, wäre aber zu teuer geworden auf längere Zeit», erklärt Herzog. Deshalb habe man sich entschieden, so bald wie möglich einen zweiten Notausgang einzubauen.

Hauptzweck der Genossenschaft ist die Vermietung der Räumlichkeiten an den Theaterverein «Cabaret & meh». Dieser zahlt Miete an die Genossenschaft. Damit können aber lediglich die Nebenkosten und Zinsen abgedeckt werden. «Wir machen keinen Gewinn damit», erklärt Herzog.

So finanziert sich die Genossenschaft über Anteilsscheine, die Mitglieder kaufen. «Ein Anteilschein kostet 1000 Franken», sagt Herzog. Dafür bekommen die Mitglieder vergünstigten Eintritt und können die Lokalität mieten. Da jedoch nur ein Anteilschein gekauft werden muss, um Mitglied zu werden, müssen nun neue Unterstützer her. Herzog: «Wenn wir 40 neue Genossenschaftler anwerben können, wäre das perfekt.»