Wettingen

Die Glocken der Klosterkirche bleiben für drei Monate still

Alle acht Glocken der Klosterkirche brauchen eine Auffrischung – und sind deshalb verstummt. zvg

Alle acht Glocken der Klosterkirche brauchen eine Auffrischung – und sind deshalb verstummt. zvg

Bis zum 1. Advent muss die Bevölkerung ohne das gewohnte Geläut auskommen. Denn: Die Glocken der Klosterkirche müssen saniert werden. Anfang September hat die Glockenbaufirma mit der Demontage begonnen.

Sie haben der Witterung getrotzt, waren Reibungen und Schwingungen ausgesetzt: Die Glocken der Klosterkirche Wettingen. Und gleichwohl haben sie tagein, tagaus ihr imposantes Geläut zum Besten gegeben. Nun ist aber Schluss mit den Melodien. Denn die acht Glocken, die sich sowohl im Zwiebelturm als auch hinter den Jalousien im Dach befinden, werden restauriert.

Während rund drei Monaten bleibt es in der Umgebung des Klosters also ungewohnt still. Zum ersten Advent werden die Arbeiten aber abgeschlossen sein, das Geläut wieder erklingen.

Die Aarauer Glockenbaufirma Rüetschi hat die Glocken letzte Woche demontiert. «Jetzt überprüfen wir die Mechanik», sagt Mitarbeiter Thomas Zingrich. So werden die 200-jährigen Glockenjoche aus Eichenholz restauriert, Achsen und Eisenbänder fixiert, Metallbeschläge mit Korrosionsschutz versehen und das Kugellager ersetzt.

Messungen vermindern Schaden

«Ausserdem bekommt jede Glocke einen neuen, massgefertigten Klöppel», sagt Zingrich. Dies ist möglich dank Auswertungen, die im vergangenen Jahr im Rahmen eines europäischen Glockenforschungsprojekts gemacht wurden. «Die Klöppel sind nun so gebaut, dass sie die Glocken möglichst wenig beschädigen», erklärt er.

Sieben von acht Glocken, die die Firma zurzeit restauriert, stammen aus dem Jahr 1639. Die jüngste wurde von der Rüetschi AG selber knapp drei Jahrhunderte später gegossen. Alle aus Bronze bestehenden Glocken sind unterschiedlich gross und wiegen zwischen 250 Kilogramm bis rund zweienhalb Tonnen. Eine Woche haben die Mitarbeiter benötigt, um Glocken und Mechanik abzunehmen. «Für das Montieren rechnen wir das Doppelte», sagt Zingrich. Denn: Jede Glocke muss genau ausgerichtet und wieder präzise im Joch hängen. «Das braucht seine Zeit.»

Nur so kann am ersten Advent das gewohnte Glockenspiel auch wieder von der Klosterkirche erklingen.

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