Baden
Die Grünliberalen wollen auf dem Kriesi-Areal höher hinaus

Heute wird der Einwohnerrat Baden über die revidierte Bau- und Nutzungsordnung beraten. Nebst Hochhäusern und autofreiem Wohnen wird auch das Kriesi-Areal diskutiert. Die GLP fordert statt dreistöckiger Wohngewerbe- eine fünfgeschossige Kernzone.

Roman Huber
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Blick Richtung Innenstadt und zur Bruggerstrasse: in der Mitte sowie links die Häuser am Hahnrainweg, wo zurzeit Sanierungsarbeiten ausgeführt werden; links das Hochhaus Rütistrasse 3a. -rr-

Blick Richtung Innenstadt und zur Bruggerstrasse: in der Mitte sowie links die Häuser am Hahnrainweg, wo zurzeit Sanierungsarbeiten ausgeführt werden; links das Hochhaus Rütistrasse 3a. -rr-

Roman Huber

Vor einem halben Jahr erklärte Bernd Reichert, einer der Grundeigentümer am Hahnrainweg, dass die Überbauungspläne für das Kriesi-Areal auf Eis gelegt würden. Die Situation sei ungünstig, weil andere Eigentümer an einem Verkauf ihrer Liegenschaft vorläufig nicht interessiert seien. Zudem wurde das Areal mit der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) nicht wie erhofft von der dreigeschossigen Wohngewerbezone in die fünfgeschossige Kernzone zurückgeführt, womit eine bessere Nutzung verunmöglich wird. An der heutigen Einwohnerratssitzung will die GLP in diesem Punkt die BNO ändern.

Entwicklung am richtigen Ort

Die GLP hat sich dem verdichteten Bauen an gut erschlossenen Zentrumslagen verschrieben, und zwar dort wo es laut Sander Mallien (GLP) «ein Gebot der Stunde» ist. Das Gebiet Hahnrainweg soll darum von der Wohngewerbezone WG3 in die Kernzone K5 umgezont werden; dieser Zone gehörte das Gebiet bis zur Teilrevision von 1995 bereits an.

Entlang der Bruggerstrasse sei im Bereich der Innenstadt einzig das Gebiet Hahnrain nicht in einer Kernzone. «Es gibt keinen plausiblen Grund, dieses Gebiet nicht der Kernzone zuzuteilen», sagt Mallien. Zwar könne das Areal im Rahmen eines Gestaltungsplans 5-stöckig überbaut werden. Doch der tiefste Punkt des gewachsenen Terrains befindet sich eineinhalb Geschosse unter dem Niveau der Bruggerstrasse. Während gegen die Bruggerstrasse Läden oder Büros und darüber Wohnungen möglich seien, könne das Erdgeschoss nur als Parkgarage genutzt werden.

Die Konsequenz, so Mallien: «Damit geht mehr als ein Wohngeschoss verloren.» Dieser Umstand und auch die hohen Baukosten des komplizierten, verwinkelten Siegerprojektes aus dem Wettbewerb «Kriesi-Areal» würden die Wohnungspreise unnötig verteuern. Dies laut der GLP in einem Gebiet, wo Stadtrat und Grundeigentümer gefordert wären, günstigen Wohnraum zu erstellen.

Aufwertung für ganze Umgebung

Laut Mallien würde ein Projekt auf dem Kriesi-Areal auch die gesamte Umgebung aufwerten. Damit ist unter anderem die Fussgängerunterführung unter der Bruggerstrasse hindurch gemeint. Diese wollte die Stadt erweitern und mittels Ladeneinbauten attraktiver machen. «Das Vorhaben wurde nicht weiter verfolgt, obschon von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Martinsbergquartiers seit Jahren eine bessere Anbindung an die Innenstadt gewünscht wird», fügt der GLP-Einwohnerrat an.

Mit ihrem Antrag will die GLP eine Neuprojektierung für dieses Gebiet und die angrenzenden Zonen ermöglichen. Mehr als die Hälfte des Areals, davon ein grosser Teil an Freiflächen, ist im Besitz der Stadt Baden. Heute ist auch die Stadt an einer Entwicklung des Areals interessiert.

Intensive Ratssitzung angesagt

Trotz Schlusshock nach der Sitzung wird es sich der Einwohnerrat heute Abend nicht einfach machen. Die revidierte BNO birgt zu viel Zündstoff, als dass man sie nur durchwinken könnte. So wird es um den Hochhausperimeter, um Hochhäuser im Zentrum generell und um die Zahl der Inventarobjekte und Ensembleschutzzonen sowie um autofreies Wohnen ein zähes Ringen geben.