Seit diesem Jahr ist GNOM – die Gruppe für neue Musik – fest in Badener Händen. Zu Philipp Meier stiess 2016 Christoph Gallio; beide sind Profimusiker, die seit langem in der Limmatstadt leben. Gemeinsam bringen sie an verschiedenen Austragungsorten pro Jahr sechs Konzerte der etwas anderen Art zur Aufführung. «‹GNOM› bedient nicht ein Publikum, das nach einem Achtstunden-Tag die Füsse hochlegen und einfach nur konsumieren will», sagt Gallio. «Sie durchbricht mit ihrer eigenwilligen Ästhetik gängige Hörgewohnheiten.» Er fügt weiter hinzu: «Unsere Events fordern die Zuhörer heraus.» Entdeckungsfreudige Leute, die ihr Bewusstsein und ihren Horizont erweitern wollen, seien mit den Darbietungen angesprochen.

Bei einer Hörprobe vom Ensemble Mondrian, das morgen Freitag im Rahmen des GNOM-Veranstaltungsprogramms im historischen Museum Baden auftreten wird, denkt man stellenweise an eine improvisierte Geräuschkulisse. Doch jede Note ist komponiert. Das Streichmusiktrio erforscht neue Spieltechniken und überschreitet radikal die Grenzen von den üblichen klanglichen und harmonischen Formen. Trotzdem sind bisweilen klare Strukturen und Melodien erkennbar.

Das tönt anstrengend, kann sich aber als sehr erfrischend und belebend erweisen. «Es muss ja nicht immer alles leicht bekömmlich sein», finden Gallio und Meier. Sie ergänzen: «Wer ins Kino geht, zieht oft einen anspruchsvollen Studiofilm dem Blockbuster vor. Genauso verhält es sich bei unseren Konzerten.»

Exklusivität im kleinen Rahmen

GNOM widmet sich – in wechselnder Besetzung und mit freiwilligem Engagement – seit 23 Jahren der Vermittlung zeitgenössischen Musikschaffens. Die Gruppe wird unter anderem vom Aargauer Kuratorium, der Gemeinde Wettingen, der Stadt Baden sowie dem Migros-Kulturprozent und der Josef-und-Margrit-Killer-Schmidli-Stiftung unterstützt. Die exklusiven Anlässe des unabhängigen Konzertveranstalters ziehen keine grossen Massen an. Aber hohe Einschalt- oder Besucherquoten allein erweisen sich bekannterweise noch nicht als Gütesiegel. «Alle Künstler, die bei uns auftreten, sind hochkarätig», versprechen Meier und Gallio. Das Mondrian Ensemble beispielsweise sei in internationalen Kennerkreisen sehr angesagt. Organisator und Saxofonist Christoph Gallio bespielte 2015 mit seiner Klanginstallation «Soziale Musik» den Kunstraum Baden und gastierte mit seiner Band Day & Taxi schon an Jazzfestivals in Kanada, den USA, Russland, China und Japan. Sein Kompagnon Philipp Meier unterrichtet an der Kanti Wettingen Musik und spielt als Pianist mit einer breit gefächerten Stilvielfalt in verschiedenen Formationen mit. «Wer ein Konzert von GNOM besucht, muss sich auf etwas Aussergewöhnliches gefasst machen», sagt Gallio und ergänzt: «Aber wieso auch nicht – das Leben ist schliesslich keine Einbahnstrasse.»

Mondrian Ensemble: Freitag, 2. September, 20 Uhr, im Historischen Museum Baden.