Untersiggenthal
Die guten Holzpreise erfreuen die Försterherzen

Seit ein paar Jahren haben sich die aargauischen Forstbetriebe zusammengetan, um dieses Wertholz gemeinsam zu vermarkten. Der Forstbetrieb Untersiggenthal betreut einen der fünf Wertholzverkaufsplätze im Aargau.

Annemarie Pelikan
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Förster Daniel Hitz zeigt, worauf es beim Wertholz ankommt. pel

Förster Daniel Hitz zeigt, worauf es beim Wertholz ankommt. pel

Die Wintersaison ist die Zeit der Holzerei in den Wäldern. Die Forstbetriebe kommen dabei ihrer Aufgabe zur Bewirtschaftung des Waldes nach, indem ältere Bäume gefällt werden, um Jungwuchs Platz zu machen. Dabei soll das wertvollste Stück des jeweiligen Baumes so gut wie möglich verkauft werden.

Seit ein paar Jahren haben sich die aargauischen Forstbetriebe zusammengetan, um dieses Wertholz gemeinsam zu vermarkten. Dafür werden die Stämme auf einen Sammelplatz gebracht, wo potenzielle Käufer diese begutachten und ein Angebot dafür abgeben können. Dieser Verkauf findet zweimal pro Winter statt, im Dezember/Januar und im Februar/März. Die Stämme werden dabei einzeln oder losweise verkauft.

Zuschlag an den Meistbietenden

«Der Meistbietende bekommt den Zuschlag, schliesslich muss für jeden Förster die Kasse stimmen», sagt dazu Daniel Hitz, Förster von Untersiggenthal. Er betreut gemeinsam mit seinem Team und Förster Geri Wenzinger aus Endingen einen der fünf Verkaufsplätze im Kanton. «Hier auf dem Siggenberg findet man Wertholz aus den umliegenden Forstrevieren der Bezirke Baden und Zurzach», erklärt Hitz. «Gefragt sind momentan beim Laubholz vor allem Eiche, Nussbaum und Esche, welche meist zu Furnierholz, Treppen oder Möbeln verarbeitet werden.»

Die Esche sei nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Wälder im Mittelland und für den Forstbetrieb ein interessanter Baum, da er sehr schnell wachse. «Eine Esche erreicht in rund 65 Jahren einen Umfang von fünf Metern, während eine Eiche dafür dreimal so lange braucht», so Hitz.

Momentan mache den Förstern aber ein Pilz Sorge, die so genannte Eschenwelke, welche den Baum von aussen nach innen absterben lasse. «Dagegen können wir leider nichts tun», bedauert er. Beim Nadelholz gehe die Reihenfolge der Nachfrage von der Lärche über Fichte, Tanne bis hin zur Föhre. Auf dem Platz von Daniel Hitz liegen auch noch einige Douglasien, deren strapazierfähiges, rötliches Holz sich vor allem für äussere Anwendungen eigne. Mit dem Meter in der Hand zeigt Hitz, wie potenzielle Käufer die Ware begutachten. Kriterien sind neben dem Umfang allfällige Risse, die Zahl der Astgabeln und Harzblasen, der gerade Wuchs und die gute Zentrierung des Kernholzes.

Fast alle Stämme haben eine Käufer

Am 6. März war für den zweiten Verkauf Eingabeschluss für Offerten. Mit 575 Kubikmetern fiel das Angebot umfangreicher aus als jenes im Winter. «Auch diesmal haben fast alle Stämme ihren Käufer gefunden, und wir sind sehr zufrieden», erklärt Daniel Hitz.

Mit 3555 Franken pro Kubikmeter erzielte ein Nussbaumstamm einen Superpreis. Doch auch Eichen oder Einzelexemplare wie ein schöner Bergahorn brachten höhere Angebote als noch beim ersten Verkauf. «Leider sind die Preise für Buchen mit 255 Franken sehr tief, das ist aber momentan in ganz Europa so», sagt Hitz. Bei den Nadelhölzern hätten die Preise für Fichten wieder etwas angezogen.

Bis Ende März 2011 müssen die zugeteilten Stämme abgeholt werden. Die Förster können sich nun wieder besonders schöne Bäume aus ihren Wäldern herauspicken und auf gute Preise hoffen.

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