Fantoche-Festival
Die Hauswand vom Verenahof wird zum Aquarium

Im Rahmen von «Animation Multimedial im Stadtraum» am Fantoche-Festival verwandelt das «Projektilvelo» Badener Fassaden in Leinwände. Beim Hotel Verenahof tauchen die Besucher in eine Unterwasserwelt ab.

Philippe Neidhart
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Buntes Treiben an der Fassade des Hotels Verenahof.

Buntes Treiben an der Fassade des Hotels Verenahof.

Philippe Neidhard

Die Meerjungfrau und ein Schwarm von Fischen bewegen sich blubbernd über die Fassade des längst geschlossenen Hotels Verenahof. Im Becken auf dem Kurplatz – dem extra für das Fantoche aufgebauten «Bagno Popolare» – tummeln sich etliche Besucher und planschen im über dreissig Grad warmen Thermalwasser und beobachten das bunte Treiben auf der Hausmauer.

Zuständig für die farbenfrohe Unterwasserwelt mit ihren kauzigen Kreaturen sind Ruth Cortinas und Christian Indermaur. Bepackt mit Projektor, Autobatterie und iPads sind sie per Fahrrad an verschiedensten Stationen in Baden zu sehen. Ob beim Trafo, im Merker-Areal, hinter dem Royal oder eben im Bäderquartier – die beiden sorgen mit ihrem «Projektilvelo» für abwechslungsreiche Animationswelten.

«Wir haben uns kurz umgeschaut, wo es geeignet ist – auch wegen der Lichtverhältnissen», erklärt Indermaur, selbst Art Director bei der Filmproduktionsfirma Projektil. «Denn auch die Eigenschaften des jeweiligen Gebäudes und der Umgebung können in die Animationen einfliessen.» So ist es kaum verwunderlich, dass sich die beiden Künstler beim Verenahof für eine Unterwasserwelt entschieden haben.

Der Fisch entsteht auf dem iPad

Die Badegäste können live miterleben, wie Kunst geschaffen wird: «Das ist alles hier entstanden», sagt Cortinas, «man kann nichts abspeichern – es ist einmalig.» Auch für die Besucher ist es möglich, etwas zu zeichnen, so gesellen sich immer wieder Leute zu den beiden Künstlern und schauen ihnen über die Schultern.

«Am Anfang trauen sie sich nicht so richtig, aber es ist im Grunde ziemlich simpel», sagt Indermaur und zeigt auf das iPad vor ihm: Wahrlich – mit wenigen Wischen über das Display entsteht innert kürzester Zeit ein neuer Fisch: Zuerst der Körper, dann die Flossen und Augen. Zum Schluss werden die Bewegungen der einzelnen Teile festgelegt und schon schwimmt das quirlige Wesen über die Fassade des Verenahofs.

«Für die Zuschauer ist es auch interessant zu sehen, wie eine solche Animation entsteht», so Cortinas, «in der letzten halben Stunde haben wir das hier gezeichnet – in einer halben Stunde kann es wieder komplett anders aussehen.» Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. «Wir müssen mal wieder etwas Neues reinbringen», sagt Indermaur, während er die faszinierende Unterwasserwelt um einen Schatz am Meeresgrund ergänzt.

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