Baden

Die Idee einer Seilbahn ins Bäderquartier wird neu aufgerollt

So könnte sich die Seilbahnverbindung durch die Bahnhofstrasse Richtung Parkstrasse ins Bäderquartier präsentieren.

So könnte sich die Seilbahnverbindung durch die Bahnhofstrasse Richtung Parkstrasse ins Bäderquartier präsentieren.

Die regionalen Verkehrsbetriebe von Baden-Wettingen haben grosse Zukunftspläne – trotz leichtem Rückgang der Fahrgastzahlen 2015.

Erstmals seit 2007 präsentieren die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) einen – wenn auch mit 0,29 Prozent geringen – Rückgang an Fahrgästen. Auf der Einnahmenseite schlugen jedoch die höheren Preise durch. Der Verkehrsertrag verzeichnete bei 14,961 Millionen Franken einen Zuwachs von 408'000 Franken.

Die Tariferhöhungen im Dezember 2014 sieht Stefan Kalt, RVBW-Direktor, als möglichen Grund für die leichte Einbusse bei der Fahrgastzahl. «Möglicherweise trug zudem das sehr schöne Wetter dazu bei, dass die Bevölkerung eher zu Fuss und mit dem Fahrrad unterwegs war», glaubt Kalt. Es sei auch vorstellbar, dass man beim derzeitigen Boom auch an die Fahrer von Elektro-Fahrrädern (E-Bikes) verloren habe.

«Ein weiterer Grund könnte auch der Umbau des Schulhausplatzes in Baden sein, der zu Stausituationen führte und dadurch die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs beeinträchtigte», sagt Kalt. Inzwischen sei aber bereits wieder eine leichte Zunahme zu verspüren, wobei für eine fundierte Prognose die exakten Zahlen fehlen würden.

Umbau bis jetzt aber gemeistert

Seit Juli 2015 befindet sich der wichtigste Knoten im Ostaargau im Umbau. Mit Flyern, Durchsagen, Bildschirmhinweisen sowie auf der RVBW-Homepage wird der Fahrgast über Veränderungen informiert. Seitens der RVBW gibt man sich nach dem bisherigen Verlauf zuversichtlich: «Wir sind mit dem Verkehrsregime recht zufrieden», so Kalt.

Die Verkehrssteuerung wurde angepasst. Die «Sesam-Ampel-Steuerung» (Busbevorzugung bei den Lichtsignalen) sei justiert und inzwischen stabil, sodass die Busse relativ gut über den Schulhausplatz gelangen würden. «Natürlich ist der Stau an der Mellingerstrasse wiederholt ein Thema.» Doch das habe nicht direkt mit dem Umbau zu tun.

Kurzfristig kein Angebotsausbau

Über die Zukunftspläne verrät Lorenz Höchli, neuer Verwaltungsratspräsident der RVBW AG und Nachfolger von Walter Hugentobler, interessante Dinge: Kurzfristig sei zwar kein Ausbau des Angebots vorgesehen. «Längerfristig können wir uns vorstellen, die Linie 1 von Gebenstorf bis nach Brugg zu verlängern», sagt Höchli.

Auch das Angebot auf der Linie 5 (Baldegg–Bahnhof–Ennetbaden) tagsüber oder auf allen Hauptlinien in den Nebenverkehrszeiten (ab 20 Uhr) könne sich in den kommenden Jahren verbessern. «Den Takt werden wir vorläufig beibehalten, und den Fahrzeugpark werden wir erst ab 2020 kontinuierlich ersetzen», ergänzt Stefan Kalt. Lediglich die Kleinbusse (vier «Sprinter») würden im kommenden Jahr ersetzt.

Die Baubewilligung für das neue Thermalbad hat bei den RVBW die Pläne der Seilbahn ins Bäderquartier aktiviert. «Dieses Projekt ist sicher mehr als nur eine Bieridee», bestätigt Höchli. «Wir werden die Abklärungen vertiefen und mit verschiedenen Studien abklären, ob eine solche Bahn wirtschaftlich Sinn macht.» Dabei sei auch wichtig, wie eine solche Idee von der Bevölkerung getragen würde. «Je nach Ergebnis der Abklärungen werden wir danach ein Projekt starten», sagt Höchli.

Finanziell gehe es der RVBW AG gut. «Sie ist eine gesunde Firma und solide finanziert. Trotzdem spüren wir den Spardruck vom Besteller (Kanton) natürlich sehr», sagt Kalt. Ihre Eigenwirtschaftlichkeit konnte sie aber von 2011 (44%) bis 2015 (54%) um 10 Prozent steigern, «obwohl der Kanton in dieser Zeit seine Abgeltungen von 17,6 auf 14,6 Millionen Franken reduziert hat».

Zahlen in etwa wie im Vorjahr

Das Netz der RVBW blieb 2015 gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert, sodass die gefahrenen 4,178 Millionen Buskilometer ungefähr denjenigen des Vorjahres entsprechen. Davon fuhren die Indermühle Bus AG und die Twerenbold Bus AG als Transportpartner der RVBW 993 000 Kilometer.

Im Einsatz standen total 66 Busse (13 von Indermühle und Twerenbold). Ein Normalbus fuhr eine durchschnittliche Strecke von 61 000 Kilometern im Jahr 2015, ein Gelenkbus deren 72 000. Bei den Fahrgastzahlen hat die Linie 12, die seit Dezember 2013 in Betrieb ist und vom Wettinger Tägi durch den Baregg ins Kantonsspital führt, nochmals um 9,4 Prozent zugelegt. Mit 2,52 Millionen Passagieren bleibt die Linie 1 (von Gebenstorf nach Wettingen/Würenlos) klarer Spitzenreiter.

Auf der Ausgabenseite reduzierten die RVBW die Personalkosten und die Anzahl Mitarbeitende (minus 3), wogegen der Fahrzeugaufwand grösser wurde. Der Generalversammlung konnte die RVBW AG wiederum einen Gewinn von 98 000 Franken präsentieren.

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