Turgi

Die IG bläst zum Angriff auf die bürgerliche Dominanz

«Ich befürchte, der Bezirksschulstandort Turgi könnte gefährdet sein.» Eva Eliassen, IG Turgi

«Ich befürchte, der Bezirksschulstandort Turgi könnte gefährdet sein.» Eva Eliassen, IG Turgi

Die Interessengemeinschaft Turgi tritt mit zwei Gemeinderatskandidatinnen an, rechnet aber nur mit einem Sitzgewinn. Ziel von diesem Vorgehen ist es, den Wähler eine Auswahl zu bieten. Gegründet wurde die IG Turgi erst vor einem Jahr.

Seit einem Jahr existiert die Interessengemeinschaft Turgi, und nun greift sie erstmals ins politische Geschehen ein, um einem ihrer Gründungszwecke nachzukommen: Sie will einen Gegenpol zum bürgerlichen Block bilden. Vier der fünf Mitglieder des Gemeinderates gehören der bürgerlichen Vereinigung Turgi (BVT) an, alle treten zur Wiederwahl an. Die IG Turgi will nun den frei werdenden Sitz von SP-Gemeinderätin Silvana Marbach erobern – mindestens.

«40 Prozent wählen nicht bürgerlich»

Denn obschon nur ein Sitz frei wird, schickt die Vereinigung gleich zwei Kandidatinnen ins Rennen: Eva Eliassen (63), Grossrätin der Grünen, sowie Newcomerin Priska Meier (50). Ziel dieser Doppelkandidatur sei es, den Stimmenden eine Auswahl zu bieten, sagt Eliassen, um umgehend zu ergänzen: «Schön wäre es natürlich trotzdem, und es würde dem Ausgleich bei den Stimmenverhältnissen entsprechen, wenn wir beide gewählt würden.»

Bei Abstimmungen zeige sich, dass in Turgi jeweils rund 40 Prozent nicht bürgerlich wählen. Es sei aber im Allgemeinen nicht zu erwarten, dass Bisherige abgewählt würden, wenn sie keine groben Fehler gemacht haben, sagt Eliassen. «Von daher müssen wir damit rechnen, dass nur eine von uns gewählt wird.»

Gegründet wurde die IG Turgi, nachdem die Bürgerlichen letzten September bei Ersatzwahlen ihren Sitz im Gemeinderat verteidigt hatten. Die Mehrheit der Mitglieder wolle sich parteipolitisch nicht zuordnen lassen, sagt Eliassen. Das Interesse sei ausschliesslich lokal- und nicht parteiorientiert. «In Tat und Wahrheit sind nur zwei aktive Grüne und drei SPler dabei.»

Wofür stehen nun die beiden Gemeinderatskandidatinnen? Eliassen will bildungs- und sozialpolitische Schwerpunkte setzen: «Ich befürchte, dass der Bezirksschulstandort Turgi gefährdet sein könnte. Der Gemeinderat sollte sich dafür einsetzen, dass die Bezirksschule weiterhin im Dorf bleibt. Aktiver gestalten sollten wir ausserdem die Alterspolitik. Ganz allgemein sollte dem guten Leitbild, das existiert, viel mehr Beachtung geschenkt werden.

Priska Meier ist parteilos und hat noch keine politische Erfahrung. «Das kann ein Vorteil sein. Ich bin unverbraucht, was gerade in Konflikten wie etwa beim Streit um den Kirchenabriss wertvoll sein könnte. Es wäre beispielsweise interessant zu überprüfen, ob eine Kirche im Dorf denn nicht genügen würde. Sowohl die reformierte als auch die katholische Kirche sind unternutzt», sagt sie. Grundsätzlich findet sie, Turgi könnte in Fragen der Raumplanung und der baulichen Entwicklung weitere Fortschritte machen.

Wie schätzt die bürgerliche Vereinigung den Angriff der IG Turgi ein? Vorstandsmitglied Robert Landis will keine Prognose wagen: «Wir haben vier gute Kandidaten, die bisher im Gemeinderat sehr gute Arbeit geleistet haben und hoffentlich im Amt bestätigt werden. Wie stark die IG Turgi bereits im Dorf verankert ist, kann ich nur schwer abschätzen.»

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