Obersiggenthal
Die installierten Videokameras hemmen die Vandalen

Seit 2006 werden die Schulgebäude in Obersiggenthal von Videokameras überwacht. Grund für die Installierung war Vandalismus. Der Einsatz zeigt Erfolg: Beschädigungen und Sprayereien an den Gebäuden kommen kaum mehr vor.

Corinne Rufli
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Vandalenakte vor der Videoüberwachung in Obersiggenthal.

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Es konnten erhebliche Kosten eingespart werden. «Es gab damals sehr viele Schäden und sehr viel Aufwand», sagt Peter Siegenthaler, Leiter Hochbau der Gemeinde Obersiggenthal.

Jährlich hatte sich die Schadensumme auf 50 000 bis 80 000 Franken belaufen: Es wurden Scheiben vom Schulhaus eingeschlagen oder zerkratzt, Türfallen abgerissen und Wände versprayt.

Entsorgungsstelle Markthof wird neu auch überwacht

Seit zwei Monaten gibt es auch auf dem Entsorgungsplatz Markthof eine Videoüberwachung. «Wir hatten sehr starke illegale Entsorgungen. Viel ausrangierter Hausrat, Möbel, aber auch Pneus und säckevoll PET-Flaschen», sagt Peter Siegenthaler, Leiter Hochbau. Diese Hinterlassenschaften wurden immer grösser. «Wir mussten dreimal in der Woche putzen, aufräumen und illegale Ware entsorgen.» Inwiefern die Kamera beim Entsorgungsplatz einen so grossen Nutzen erfüllt, wie bei den Schulanlagen, könne noch nicht gesagt werden. «Wir haben noch keine Daten erhoben», sagt Siegenthaler. (cru)

Bei der Sporthalle wurde ein Geländer abgerissen und ein Ping-Pong-Tisch zerstört. Die Täter seien meist Oberstufenschüler oder frische Schulabgänger. «Wir sagten uns, das ist zu viel, wir müssen etwas dagegen unternehmen», sagt Siegenthaler. Patrouillierende Sicherheitsleute brachten zu wenig.

Kameras waren schnell amortisiert

Bis zur Installierung der Überwachungskameras war es aber ein langer Prozess. Die Kameras mussten vom Einwohnerrat bewilligt werden. An den Schulen wurde klar kommuniziert, dass an den neuralgischen Punkten gefilmt würde.

«Gerade zu Beginn sind viele junge Vandalen erwischt worden, jetzt, da die meisten wissen, dass sie überwacht werden, haben die Zerstörungen drastisch abgenommen.» Die Vandalenschäden belaufen sich pro Jahr noch auf 3000 bis 6000 Franken, wovon gut die Hälfte den Verursachern weiter belastet werden könne.

«Innerhalb eines Jahres waren alle installierten Kameras amortisiert.» Es gibt Kameras beim Schulhaus Unterboden (seit 2006), bei der Sporthalle (seit 2007) und beim Oberstufenzentrum (seit 2008). Die Kosten beliefen sich auf insgesamt rund 90 000 Franken.

Der Datenschutz sei gewährleistet: «Die Videoaufzeichnungen können nur von autorisierten Personen angesehen werden, vom Gemeindeschreiber und vom Hauswart. Bei schwerwiegenden Fällen leiten wir das Videomaterial an die Polizei weiter», erklärt Siegenthaler. Übrig bleibt das Littering: «Leider nützen Kameras hier wenig.»

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