Die Erleichterung ist spürbar – beim Gemeinderat und bei den Sportvereinen: Seit zwei Monaten laufen die Bauarbeiten für die neue Sportanlage Tägerhard in Würenlos. Derzeit ist die Bauunternehmung daran, die oberste Schicht der ehemaligen, inzwischen aufgefüllten, Kiesgrube an der Industriestrasse abzutragen und auszugleichen sowie die Werkleitungen zu legen.

«Es ist schön, dass es nun vorwärtsgeht», sagt Gemeinderat und Leiter der Arbeitsgruppe Sportanlagen, Nico Kunz (FDP). Auch Daniel Zehnder, Sprecher der Sportvereine, fällt ein Stein vom Herzen: «Für uns ist es eine grosse Erleichterung.» Der neue Naturrasenplatz würde das Platzproblem der Vereine deutlich entschärfen, auch seien die Nutzungsmöglichkeiten der neuen Anlage besser, etwa dank Drainagegräben. «Wir haben den Durchbruch endlich geschafft», fügt Kunz an. Das Vorhaben habe sich über Jahre hingezogen, mehrmals habe man das Projekt anpassen müssen.

Vor Bundesgericht abgeblitzt

Rückblende: In den 1990er-Jahren plante die Gemeinde im Gebiet «Ländli» ein modernes Sportfeld – um den prekären Platzverhältnissen der Würenloser Sportvereine entgegenzuwirken. Doch dieses Vorhaben scheiterte am Widerstand einiger Nachbarn, die Lärmemissionen befürchteten. Auch, dass die Gemeinde bis ans Bundesgericht zog, half nichts: Dieses schoss das Projekt 2009 ab. Daraufhin lancierte die Gemeinde ein neues Vorhaben in der schon früher ausgeschiedenen Sportplatzzone im Tägerhard. Als es dann ans Eingemachte ging, folgte eine Odyssee: An der Sommergmeind im Juni 2014 war der Projektierungskredit von 160 000 Franken für neue Sportanlagen im Gebiet Tägerhard zwar traktandiert, doch die Gemeinde empfahl seinen Stimmbürgern den Kredit zur Ablehnung. Die Begründung: Die Gesamtkosten für das Projekt von rund 5,4 Millionen Franken liessen sich finanziell nicht stemmen. Nichtsdestotrotz hiess die Mehrheit der anwesenden Würenloser den Kredit gut. In der Folge ergriffen FDP und SVP erfolgreich das Referendum: Im September kippte das Volk den Entscheid der Sommergmeind deutlich.

Abgespecktes Projekt für 1,26 Mio.

Für den Gemeinderat waren die beiden gescheiterten Projekte Anstoss zu einem Neuanfang. «Wir mussten ein Vorhaben aufgleisen, das für die Gemeinde finanziell tragbar war», erinnert sich Gemeinderat Kunz. Man bildete eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Vereine, der Gemeinde, der Schule, der Planungs- sowie der Finanzkommission. «Wir analysierten unter anderem, was wünschbar und was nötig ist.» Abklärungen ergaben, dass ein guter Sportplatz für 1,26 Millionen Franken zu haben wäre. Verschiedene Anpassungen wie eine Naturrasenfläche statt eines Kunstrasens oder der Wegfall der Rückhalte- und Versickerungsanlage führten zu wesentlichen Kosteneinsparungen. So konnte der Gemeinderat an der Wintergmeind im letzten Jahr einen Verpflichtungskredit von 1,26 Mio. Franken für den Bau eines Naturrasensportplatzes im Tägerhard unterbreiten – was die anwesenden Würenloser mit grossem Mehr bewilligten. Zur positiven Haltung trug auch das Versprechen der Sportvereine bei, 80 000 Franken für Sanitär- und Materialcontainer zu zahlen, zudem der Beitrag aus dem Swisslos-Sportfonds des Kantons Aargau von 250 000 Franken.

«Die Bauarbeiten schreiten gut voran und werden von einem Ingenieurbüro begleitet», sagt Nico Kunz. Dies, weil der Naturrasenplatz auf einem ehemaligen Kiesgebiet zu stehen kommt, der Aushub sowie das Auffüllen knifflig ist. «Wenn das Wetter mitspielt, rechnen wir damit, dass der neue Naturrasenplatz im Spätsommer 2017 in Betrieb genommen werden kann.» Bis dahin wird auch bekannt sein, ob neue Sportanlagen gebaut oder ob und wie bestehende Anlagen saniert werden. Kunz: «Wir dürfen uns nicht nur auf die neue Sportanlage Tägerhard beschränken, sondern müssen auch über den Tellerrand hinaus blicken.»