Baden
Die «Kajüte» will länger offen haben – ist das Taktik?

Das Café an der Limmatpromenade reicht erneut ein Baugesuch ein – nur zwei Monate nach der Eröffnung. Lärm gibt es weniger als erwartet.

Ricarda Meyer
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Gut besucht: Gäste verbringen ihre Mittagspause bei der «Kajüte» an der Limmatpromenade.

Gut besucht: Gäste verbringen ihre Mittagspause bei der «Kajüte» an der Limmatpromenade.

Alex Spichale

Bereits über Mittag ist die «Kajüte» gut besucht. Die Gäste sitzen auf Klappstühlen und beissen genüsslich in ihren Flammkuchen. Auch am Abend ist das Café am Tränenbrünneli an der Badener Limmatpromenade nicht weniger beliebt. Unter der Woche hat die Kajüte bis um 21 Uhr, Freitag und Samstag bis um 22 Uhr geöffnet.

«Die Leute sitzen gemütlich und geniessen den Abend. Dann müssen wir sie bitten, das Café zu verlassen. Die Leute sind aber nicht bereit, so früh nach Hause zu gehen», sagt Fabienne Tanoa, die gemeinsam mit ihrem Mann Jay die «Kajüte» führt. Nun haben die Inhaber ein Baugesuch eingereicht, mit dem sie die Öffnungszeiten jeweils um eine Stunde verlängern wollen.

Vor der Eröffnung hagelte es Einsprachen von Anwohner, die Lärm, Abfall und Wertminderung ihrer Immobilien befürchteten. Die Einsprachen wurden im April abgewiesen und Stadt Baden erteilte eine befristete Betriebsbewilligung für zwei Sommer-Saisons. Zwei Monate nach der Eröffnung kommt nun die Forderung nach längeren Öffnungszeiten.

Steckt da eine Taktik dahinter?

Man könnte vermuten, die nachträgliche Verlängerung sei Taktik. «Nein, ganz und gar nicht», sagt Tanoa und weist auf das Lärmgutachten, das vor dem ersten Baugesuch gemacht wurde. Laut diesem darf das Café bis um 22 Uhr, respektive 23 Uhr geöffnet haben. «Wir haben damals bewusst kürzere Öffnungszeiten gewählt, um damit den Einsprechern entgegenzukommen», sagt Tanoa. Der Betriebslärm sei jedoch weniger als erwartet.

Zudem haben die Inhaber diesbezüglich keine negativen Meldungen erhalten. Laut Tanoa sei diese positive Bilanz auf das angenehme Publikum zurückzuführen: «Die Besucher sind zum Teil auch Anwohner, die mir bestätigen, dass man kein Lärm höre.»

Die Lage an der Limmatpromenade habe sich sogar verbessert, seitdem die «Kajüte» geführt wird. Jugendliche, die zuvor laut Musik hörten, wurden durch den Gastronomiebetrieb vertrieben. «Erst nachdem unsere Kundschaft gegangen ist, kommen Jugendliche zurück und verursachen Lärm», sagt Tanoa.

Fabienne und Jay Tanoa haben die nächsten Anwohner mit einem Schreiben persönlich über das gestellte Baugesuch informiert und bieten ihnen für Fragen und Kritik ein offenes Ohr. Bis Ende Juli liegt das Baugesuch öffentlich auf. Falls keine Einsprachen erhoben werden, können die Gäste bereits ab Mitte Juli oder August eine Stunde länger die Sommernächte in der «Kajüte» verbringen.

«Wir hoffen, dass das Ganze schnell über die Bühne gehen wird. Für den Betrieb und die Gäste ist diese eine Stunde von grossem Wert», sagt Tanoa. Weil rein rechtlich länger geöffnet werden dürfe und das Paar ihre Versprechen eingehalten habe, sehen sie dem Entscheid über das Baugesuch positiv entgegen.