Baden
Die Kinder können im Theater ausleben, was sie sonst nicht sein können

Schon bald geht der Vorhang für das Kindertheater «Lampefieber» mit seinem Stück «Nicht ich sein« auf. Dabei befassen sich Kinder von 5 bis 12 Jahren mit ihren Wünschen.

Julia Stückelberger
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Unermüdlichen werden die Marionetten getragen bis alles klappt
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Simona Hofmann erklärt wie die Marionetten getragen werden müssen
Die Kinder können im Theater ausleben, was sie sonst nicht sein können
Die Prinzessin bekommt von Simona Hofmann ihr Kleid
Lächelnd sitzt sie auf dem Sofa; die Beine werden von einem anderen Kind gespielt
Der Rest der Kinder schaut gespannt zu, was ihre Kollegen machen
Der Streit um den Sitzplatz auf dem Stuhl
Das Marionettenspiel mit den Kleinsten
'Das ist mein Stuhl!'
Am Schluss steht der Gewinner deutlich fest
Alle Marionetten stehen mit ihren Spielern in einer Reihe

Unermüdlichen werden die Marionetten getragen bis alles klappt

Julia Stückelberger

Bereits nach den Sportferien startete Simona Hofmann, Bewegungs-Schauspielerin, mit 23 Kindern den ersten Workshop. Ein Casting habe es im Voraus nicht gegeben, sagt sie. «Alle durften mitmachen. Natürlich hat nicht jeder die gleich grosse Rolle, aber das ist für die Kinder auch in Ordnung.»

Das Theater besteht aus einzelnen Szenen, die jeweils durch eine Dunkelphase getrennt werden. Dennoch ist der rote Faden vorhanden, da sich die Szenen immer um das Thema «Nicht ich sein» drehen. In den Szenen schlüpfen die Kinder in die Rolle einer Person, die sie schon immer einmal sein wollten, wie zum Beispiel eine Prinzessin oder ein Papagei. Der Schwerpunkt der einzelnen Szenen liegt vor allem beim Körpertheater wie dem Maskenspiel oder der Pantomime. Es gibt wenige Textsequenzen. Die Masken haben die Kinder an einem Wochenende mit der Unterstützung ihrer Eltern gebastelt.

Das Ziel von Hofmann sei es, den Kindern eine Möglichkeit zu bieten, das ausleben zu können, wozu sie sonst keine Gelegenheit haben. «Es ist schön, die Entwicklung mancher Kinder miterleben zu können», sagt Hoffmann. «Ein Junge hat zum Beispiel bei der Pantomime am Anfang nur herumgezappelt. Mittlerweile sind seine Bewegungen so koordiniert, wie es sich für eine Pantomime gehört.» Sie habe auch schon Rückmeldungen von Eltern bekommen, dass ihr Kind durch das Theater besser in der Schule geworden sei.

Die Kinder haben grossen Spass: «Es ist toll, einmal jemand anders zu sein. Man kann Sachen machen, die man sich sonst nicht getrauen würde», sagt Aline (11). «Ich bin gerne auf der Bühne. Es macht mir Spass, etwas einzuüben und danach aufzuführen», sagt Joya (8).

«Nicht ich sein» 13. bis 15. Juni, ThiK.