Fislisbach

Die Königin aller Instrumente erklingt die ganze Nacht lang

Jonas Herzog, der Organist und Organisator der ersten Orgelnacht spielte selber am Konzertabend mit.

Jonas Herzog, der Organist und Organisator der ersten Orgelnacht spielte selber am Konzertabend mit.

Zum ersten Mal hat am Samstag in der Kirche St.Agatha die Orgelnacht stattgefunden. Organisator und Organist Jonas Herzog ist überzeugt, das Orgelklänge Jung und Alt begeistern können. Die ersten Konzerte waren schon einmal gut besucht.

Komponisten waren jeher von Orgelmusik angetan – Mozart nennt die Orgel «Königin aller Instrumente». Nun hat Jonas Herzog, Organist aus Fislisbach, dem klangmächtigen Instrument am Samstag eine ganze Nacht gewidmet. «Vor mehreren Jahren gab es im Dorf Orgelkonzertzyklen. Das wollte ich mit der Orgelnacht wiederbeleben. Unsere Orgel ist einzigartig im Klang und die Akustik der Kirche St. Agatha hervorragend», sagt Herzog.

In vier Konzerten wurde dem Publikum die Vielseitigkeit des Orgelklangs näher gebracht. Damit die Zuschauer verfolgen konnten, wie die Orgel gespielt wird, wurde auf der Chorempore eine Kamera postiert, die das Geschehen auf eine Leinwand im Kirchenchor übertrug.

Zerbrechlicher Bach

Der Konzertabend eröffnete der Badener Organist Thomas Jäggi mit Johann Sebastian Bachs Präludium in Es-Dur BWV 522. Dieses Werk hebt starke und erdige Klänge in den Vordergrund. In den folgenden Werken von Bach – eher ruhig, melancholisch und teilweise fast schon zerbrechlich – kam die Komplexität von Bachs Werken zum Ausdruck.

Höhepunkt des Abends war das zweite Konzert «Gloria in excelsis Deo». Eröffnet wurde es mit G. F. Händels Wassermusik, gespielt von Jonas Herzog und Stefan Müller als «Duo Tastologie». In den folgenden Werken hielt sich das Orgelspiel im Hintergrund und begleitete mit einem Cembalo die Sopranistin Gunhild Alsvik und den Trompeter
Krisztián Kováts. Wie die beiden Solisten in den gemeinsamen Stücken harmonisierten, kann als Weltklasse bezeichnet werden. Teilweise verflossen Alsviks Gesang und Kovacs Trompetenspiel fast zu einem einzigen Klang.

Aus dem Rahmen fiel das dritte Konzert. Der Organist Joachim Schwander wählte für seinen Auftritt Werke der zeitgenössischen Komponisten Jehan Alain und Paul Müller-Zürich. Ergänzt wurden diese Werke mit Improvisationen. Leider waren diese etwas lang und zu kompakt. Dynamische Bögen oder Ausflüge in andere musikalische Genres wurden vermisst. So blieben die improvisierten Stücke etwas zu schwerfällig.

Abgerundet wurde der Konzertabend mit dem Auftritt der «Choralschola der Dreifaltigkeitskirche Bern» mit dem Kantor Kurt Meier. Ergänzt wurden die gregorianischen Choräle mit dem Orgelspiel von Martin Rabensteiner. Die Klänge der sieben Sänger bildeten einen gelungenen Kontrast zum sonst eher instrumentalen Abend.

Zukunft noch ungewiss

Jonas Herzog ist überzeugt, dass Orgelklang Jung und Alt begeistern kann. «Mit der raumfüllenden Orgelmusik von Bach holt man Leute ab», sagt er. Nun hofft der Musiker, dass die Orgelnacht auch im kommenden Jahr durchgeführt werden kann. Auf Anklang stiess die erste Ausgabe der Orgelnacht allemal. An den Konzerten waren jeweils 50-90 Zuschauer anwesend.

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