Baden
Die Krankenversicherung Aquilana ist gesund

Die Aquilana Versicherungen präsentieren ein gutes Ergebnis für 2012. Sorgen bereiten der Krankenkasse aber die stetig steigenden Medikamentenkosten.

Dieter Minder
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Nach starkem Wachstum in den vergangenen drei Jahren war 2012 für den Kranken- und Unfallversicherer eine Konsolidierungsphase, teilt Aquilana Baden zum Jahresabschluss 2012 mit. Der Versichertenbestand hat sich bei 41 000 Personen stabilisiert (siehe Grafik/Box). Die Prämieneinnahmen betragen 156 Millionen Franken.

Kennzahlen 2012

Prämien 156,4
Leistungen 136,2
Gewinn 6,3
Rückstellungen 144,6
Eigenkapital 55,8
Bilanzsumme 208,5
Verwaltungsaufwand 8,4
Versicherte (OKP) 41 524
Mitarbeitende 38
Reservesatz (OKP) 29,7%
(Beträge in Millionen Franken)
Glossar
Krankenversicherungsgesetz, KVG
Versicherungsvertragsgesetz, VVG
Obligatorische Krankenvers.. OKV

Aus eigener Kraft gewachsen

25 Prozent Zuwachs in drei Jahren, das gelte es, zu verkraften. Deshalb musste Aquilana im Geschäftsjahr 2012 den stärksten je verzeichneten Wachstumsschub abzufedern und 20 Prozent mehr Mitarbeitende zu integrieren.

Dieses Wachstum wurde ohne Dumping und ohne Fusionen erzielt, betont der Versicherer. «Wir haben den Gewinn in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vollumfänglich dem Eigenkapital zugewiesen und die Reservequote nochmals gesteigert», sagt Dieter Boesch, Geschäftsführer.

Erstmals wurde der Rechnungsabschluss nach den neuen Regeln Swiss GAAP FER erstellt; die Berichterstattung ist daher deutlich umfassender, transparenter und umfangreicher.

Das Ergebnis beeinflusst sowohl Reserven wie Rückstellungen und Kapitalanlagen. Die Prämieneinnahmen haben um 5,9 Prozent auf 156,4 Millionen Franken zugenommen. Gleichzeit sind aber auch die von den Versicherten verursachten Kosten gestiegen, um 7 Prozent auf 136,1 Millionen Franken.

Das Gros der Ausgaben geht auf das Konto der erheblich gestiegenen Arzt- und Spitalleistungen. Vor allem bei den Spitalleistungen fallen die hohen Zuwachsraten von 19 Prozent auf. Die Menge der im Spital verabreichten Medikamente ist um 35 Prozent gewachsen.

Die Verwaltungskosten sind gestiegen, betragen aber lediglich 5,2 Prozent des Prämiensolls. Die Aufsichtsbehörden attestieren der Aquilana, dass sie gesund ist, teilt die Versicherung weiter mit.

Prämiensparen hat Folgen

Sorge bereitet der Branche und auch Aquilana der ungebremste Wechsel der Versicherten in günstigere Versicherungsmodelle oder zu höheren Jahresfranchisen. Die höchste wählbare Franchisekategorie von 2500 Franken hat einen Zuwachs von 33 Prozent.

Zum Hausarztmodell Casamed haben 13 Prozent gewechselt. Fast 15 000 Personen sind in dieser Kategorie versichert. Der daraus resultierenden Prämienerosion will die Branche Einhalt gebieten. So plant der Gesetzgeber, die schwindende Solidarität zu stärken: mit einer fixen Vertragsdauer in einem gewählten Versicherungssystem mit höheren Jahresfranchisen.