Das lasse sich aus Umfragen mit Lehrpersonen und Kulturinstitutionen ableiten. Es liegen bereits einige positive Ergebnisse vor. Alex Grauwiler, Geschäftsleiter der Volksschule Baden, bestätigt das positive Fazit. «Heute sind die Schule und die Kultur nachhaltig vernetzt», so Grauwiler. Die Kulturangebote der Stadt würden von den Schulklassen besser genutzt. Bereits habe sich auch die Schule aktiv in der Kultur engagiert, so Grauwiler.

Er verwies auf die Schulklasse aus dem Ländlischulhaus, die sich am Filmfestival Fantoche beteiligt hat, auf den Workshop des Blues-Festivals oder auf die Grossveranstaltung Kultour, an der beim letzten Mal die Schule mit mehreren Projekten teilgenommen habe. Auf Initiative einer kulturverantwortlichen Person sei eine Website entstanden, welche die Lehrpersonen über Kulturangebote informiere, ergänzt Nöthiger. Kulturinstitutionen haben aufgrund der Rückmeldungen der kulturverantwortlichen Lehrpersonen ihr Programm auf die Bedürfnisse der Schule abgestimmt.

Neu sei, dass die Arbeit dieser Lehrpersonen nicht mehr auf ehrenamtlicher Basis stehe, sondern von der Stadt entschädigt würde. «Hinter diesem Projekt steht viel Engagement, sodass wir die Personen nicht länger unentgeltlich arbeiten lassen wollen», begründet dies Grauwiler.

Kulturarbeit an der Schule geklärt

«Die Einführung der kulturverantwortlichen Personen hat geklärt, wer im Lehrkörper Ansprechperson für Kulturinstitutionen ist», sagt Nöthiger. Dieser klar definierte Kommunikationskanal sei rege genutzt worden. Er ermögliche den direkten Austausch zwischen Schule und Kultur. «Vorher landeten Flyers und viel anderes Papier im Lehrerzimmer und später im Papierkorb, weil sich niemand der Sache angenommen hat», sagt Grauwiler. Jetzt werden die Informationen aufbereitet.

«Die Lehrkräfte in den einzelnen Schulhäusern fühlen sich durch die geregelte Zuständigkeit entlastet und sehen die Kultur als Bereicherung», führt Nöthiger weiter aus. In regelmässigen Treffen tauschte sich das Projektteam aus. Zum Team gehören nebst den acht Kulturverantwortlichen Alex Grauwiler und Patrick Nöthiger an. «Dadurch ist die Kompetenz der Kulturverantwortlichen in kulturellen Fragen deutlich gestiegen, was ihnen einen besseren Zugang zu kulturellen Projekten und Institutionen verschafft hat.»

Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Zwei Kulturverantwortliche würden einen zertifizierten Studienlehrgang «Kulturverantwortliche in Schulen» der Fachhochschule Nordwestschweiz besuchen, weiss Nöthiger. Wobei sich die Volksschule zu 50 Prozent an den Kosten beteiligt.

«Die Projektphase hat auch gezeigt, dass noch viel Potenzial brachliegt und dass dieses mit wenigen Mitteln besser ausgeschöpft werden kann», erklärt Nöthiger. Aus dieser Erkenntnis heraus habe der Stadtrat beschlossen, diese Spezialaufgabe aufzuwerten und zu entschädigen, sagt der Abteilungsleiter Kultur. Die Kulturverantwortlichen erhalten zudem bescheidene finanzielle Mittel, wenn sie eigene Kulturprojekte auf die Beine stellen. Nöthiger erinnert, dass die Spezialaufgabe der kulturverantwortlichen Lehrpersonen im Kulturkonzept festgeschrieben sei.