Wettingen
Die Landstrasse ist zu schmal, um alle Ansprüche zu erfüllen

Auf einem Rundgang durch die Wettinger Landstrasse haben rund 70 Personen Ideen für den Masterplan erörtert. Einig waren sie sich darin, dass sie sich nicht einig sind.

Dieter Minder
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Wegend es starken Regens stehen die Gäste unter den Schrimen eng beieinander
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Urs Heimgartner Chef Bau + Planung erläutert die Situation beim EWW
Urs Heimgartner Bau + Planung mit den Besuchern vor dem Modehaus Rykart
Rundgang zum Masterplan für die Landstrasse in Wettingen
Rundgang vor dem Cafe Spatz
Rundgang entlang dem Zentrumsplatz
Michael Emmenegger begrüsst die Gäste auf dem Zentrumsplatz
Martin Valencak Bau und Planung Wettingen erläutert die bisherige Planung
markierungen zeigen, wo die künftigen Fahrbahn- und Trottoirränder liegen könnten
In der zweiten Bautiefe Urs Heimgartner Bau und Planung zeigt eine Parkplatzsituation
Die Gäste auf dem Rundgang
Die Landstrasse mit ihren unterschiedlichen Bauten

Wegend es starken Regens stehen die Gäste unter den Schrimen eng beieinander

Dieter Minder

Freundlich ist der Samstag nicht gerade, es regnet, entsprechend wenig Leute sind auf die Strasse, ob zu Fuss oder mit dem Auto. Eine Ausnahme sind rund 70 Personen, die während etwa anderthalb Stunden durch die Wettinger Landstrasse zwischen den beiden Kreiseln wandern und sie intensiv betrachten. Sie beteiligen sich am 3. Mitwirkungsanlass zur Masterplanung Landstrasse.

Unter Leitung von Moderator Michael Emmenegger erläutern Urs Heimgartner und Martin Valencak von der kommunalen Abteilung Bau und Planung verschiedene Knackpunkte an der Landstrasse.

Nach dem Rundgang findet im Rathaussaal ein Workshop statt. In sieben Gruppen eingeteilt, diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ideen und Vorstellungen. Die Basis dazu war der Masterplan für den mittleren Abschnitt der rund zwei Kilometer langen Landstrasse.

Die Landstrasse ist zu schmal

Zum Ausdruck kam, dass allen Beteiligten die Landstrasse am Herzen liegt. Doch die Ansprüche an die Landstrasse waren, wie erwartet, sehr vielfältig. Moderator Emmenegger stellte dazu fest: «Die Landstrasse ist zu wenig breit, um auf ihr alle Wünsche erfüllen zu können.» Geprägt war die ganze Diskussion vom Verkehr. Durch die Landstrasse fahren pro Tag rund 15 000 Fahrzeuge. Einige davon werden dort parkiert, weil ihre Lenkerinnen und Lenker einkaufen können.

Über diese Parkplätze wird immer wieder diskutiert. Nach dem Masterplan sollen sie beibehalten, aber in Zweiergruppen konzentriert werden. Die Frage wurde aber aufgeworfen: Dienen die Parkplätze dem Zentrum oder ist das Zentrum da, um parkieren zu können? Der vorgeschlagene Mehrzweckstreifen in der Strassenmitte stiess ebenfalls nicht auf ungeteilte Zustimmung. Die Vorschläge aus den Arbeitsgruppen umfassten das ganze Spektrum, von Einbahnverkehr, tagweiser Sperrung, besserer Beleuchtung bis hin zur unterirdischen Führung.

Unbestritten war, dass es überdeckte Veloparkplätze braucht. Angesicht des herrschenden Wetters eine mehr als verständliche Forderung. In seiner Bilanz sagte Emmenegger: «Wir sind uns sehr uneinig, aber das ist gut so.»

Aufruf an den Gemeinderat

«Die Ergebnisse werde ich, unterteilt nach Gruppen, zusammenfassen», sagte Emmenegger zum weiteren Vorgehen. So werden sie in die vertiefte Diskussion zur Landstrasse einfliessen: «Gemeinderat und Planer sehen, was sie besonders beachten müssen.»

Im Oktober steht eine weitere Veranstaltung auf dem Programm. Abschliessend betonte Urs Heimgartner, dass dies ein wichtiger Anlass gewesen sein: «Ihre Äusserungen bringen uns viele wichtige Informationen.» Und er versprach den mehrfach geäusserten Wunsch an den Gemeinderat weiter zu geben: «Seid mutig bei den Entscheiden.»

Masterplan: www.wettingen.ch