Baden
Die letzte Ausstellung, bevor die Bagger kommen

Kurz vor dem Abbruch zeigt Sepp Schmid in der «Villa Squarise» Werke von Marco Squarise und anderen Künstlern. Anfang nächsten Jahres muss die Villa einem Neubau weichen.

Manuel Bühlmann
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Das Thema Badenfahrt darf in der Ausstellung von Sepp Schmid in der «Villa Squarise» nicht fehlen.

Das Thema Badenfahrt darf in der Ausstellung von Sepp Schmid in der «Villa Squarise» nicht fehlen.

Chris Iseli

Wehmut wird wohl bei vielen Badenern aufkommen, wenn Anfang nächsten Jahres die «Villa Squarise» einem Neubau weichen muss. Besonders engen Bezug zum Haus an der Dynamostrasse 21 hat Sepp Schmid. Der Badener Ehrenbürger brachte als Schüler für das dort untergebrachte Blumengeschäft Weber Blumen und Kränze zu den Kunden. «Bluemebueb» habe das damals geheissen, sagt der 74-Jährige. Später verband ihn mit Künstler Marco Squarise, der das Haus bis zu seinem Tod vor drei Jahren bewohnte, eine jahrzehntelange Freundschaft.

Bis unters Dach voll mit Objekten

Grund genug, um dem Haus und seinem berühmtesten Bewohner zum Abschied eine Ausstellung zu widmen. Seit mehr als eineinhalb Jahren ist Schmid damit beschäftigt, zu organisieren und Objekte aus seiner privaten Sammlung auszuwählen, die er über die Jahre auf Flohmärkten oder bei Umzügen anderer Leute angehäuft hat. «Von oben bis unten» fülle er das Haus mit Gegenständen, sagt Schmid. «In der Ausstellung werden Sachen zu sehen sein, die es sonst in keinem Museum gibt.»

Einblicke in die Lokalgeschichte

«Ge-Schichten Schichten» nennt Schmid die Ausstellung, in der auch viel über die Badener Lokalgeschichte zu erfahren ist. Ein Plakat vom Kantonalen Turnfest 1927 in Baden findet sich neben örtlichen Zeitungen aus dem 19. Jahrhundert, alten Postkarten und geschichtsträchtigen Stühlen – wie etwa einem 350-jährigen Sessel aus dem Hotel Blume. Zudem werden Bilder von anderen Badener Künstlern wie Otto Kuhn, Anita Niesz oder Simone Bonzon ausgestellt.

Bei jeder Badenfahrt dabei

Ein Thema darf in einer Ausstellung über Baden auf keinen Fall fehlen: die Badenfahrt. «Seit 1947 habe ich keine einzige Badenfahrt verpasst», sagt Sepp Schmid. Entsprechend zahlreich sind die Festplaketten und Festplakate, die er in der «Villa Squarise» ausstellen kann. Einige davon entworfen von Marco Squarise, dem langjährigen Festgestalter. Daneben gibt es insbesondere im ehemaligen Wohnzimmer der «Villa Squarise» zahlreiche seiner anderen Werke zu sehen. Der Raum daneben ist Marco Squarises Vater Walter Squarise gewidmet – «einem Mosaikkünstler ersten Ranges», wie Sepp Schmid sagt.

«Ein Stück Baden geht verloren»

Die Ausstellung ist die letzte Gelegenheit, das geschichtsträchtige Haus von innen zu sehen. Denn Anfang nächsten Jahres folgt der Abbruch der «Villa Squarise». Danach beginnt auf dem Gelände der Bau des «Dynamo-Hofes» mit 28 Mietwohnungen. Auch er werde dann etwas wehmütig sein, sagt Sepp Schmid. «Ein Stück Baden geht verloren.» Dennoch habe er Verständnis für den Schritt: «Man kann das alte Haus nicht einfach stehen lassen.»

Ausstellung in der «Villa Squarise», Dynamostrasse 21, vom 23.11. bis 2.12. durchgehend von 10 bis 19 Uhr offen.