«Das ist einfach entwürdigend», sagt Rita Heusler aus Wettingen. «Der alte Friedhof ist ungepflegt. Jugendliche treffen sich dort zum Essen und Trinken, den Abfall lassen sie einfach liegen.» Sie findet es nicht in Ordnung, wie der Friedhof aussieht. «Das ist schon ewig so», fügt Elisabeth Imhof hinzu. Sie sind beide von dem Zustand des Friedhofs betroffen, so liegen verstorbene Familienangehörige und die Ehemänner beider Wettingerinnen auf dem alten Friedhof St. Sebastian.

«Ich habe einmal Jugendliche gesehen, die auf der Abdankungshalle herumgeturnt sind und Bierdosen über den Friedhof gekickt haben», erzählt Imhof. Sie habe die jungen Leute darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Verhalten nicht auf einen Friedhof gehöre – «aber richtig beachtet haben sie mich nicht». Vor einiger Zeit hat Imhof einen Brief an die Gemeinde geschickt, in dem sie sich über den Abfall und die Schmierereien beschwert hat. In der Antwort wurde versprochen, dass die Sprayereien entfernt werden. «Passiert ist bis heute nichts», sagt Imhof. «Die Gemeinde spart am falschen Ort, wenn der Friedhof nicht gepflegt wird», sagt Heusler.

Gemeinde weiss Bescheid

Dass sich auf dem Friedhof viele Jugendliche aufhalten und auch Abfall hinterlassen, ist sich Urs Heimgartner, Leiter Bau und Planung der Gemeinde Wettingen, bewusst: «Der Werkhof räumt regelmässig auf.» Der Werkhof verfüge aber über begrenzte Ressourcen. «Es hat kein öffentlicher Ort Priorität. Es stimmt nicht, dass der Friedhof weniger gepflegt wird, nur weil er alt ist», sagt Heimgartner. «Der Gemeinderat will den Friedhof St. Sebastian in einen Naherholungsort umwandeln, selbstverständlich mit Rücksicht auf die Gräber und die Angehörigen.»

Es entstehe sicher keine Partymeile. Eine Blumenwiese und ein Skulpturenpark sei eine Idee, sagt er. Auf dem Friedhof gibt es keine neuen Gräber mehr. Die jetzt noch bestehenden Familiengräber sollen zwischen 2030 und 2035 aufgelöst werden. Urs Heimgartner: «Unser Budget für 2013 beinhaltet unter anderem die Finanzierung eines Konzepts zur Entfernung von Graffitis und Schmierereien in der ganzen Gemeinde Wettingen.»