Baden

Die letzte Vernissage im Trudelhaus

Galeristin Evelin Bernasconi, Stiftungsrat Stephan Kunz.

Galeristin Evelin Bernasconi, Stiftungsrat Stephan Kunz.

Wehmut und Abschiedsstimmung bei der Eröffnung von Christian Vetters Ausstellung im Badener Trudelhaus. Die Galerie wird ihren Betrieb in der heutigen Form per Ende Jahr einstellen.

Seltsam unwirklich mutete die Atmosphäre in der Galerie im Trudelhaus am Mittwochabend an. Wenige Leute kamen durch das Schneetreiben, das Leben und Lärm aus der Stadt entrückte. Auch in der Galerie wirkte die Stimmung gedämpft. Zum einen, weil alle Räume abgedunkelt waren für die Videopräsentationen von Christian Vetter.

Zum Zweiten sorgten die Soundtracks seiner Arbeiten – verzerrte Stimmen, Feuerwerksknallen und extrem verlangsamte Musik einer Rockgruppe – für eine fast unheimliche Geräuschkulisse. Und als Drittes dämpfte das Wissen, dass es die letzte oder zumindest vorläufig letzte Vernissage im Trudelhaus sei, die Stimmung der kleinen Gästeschar.

Abschied der Galeristin

Einige der Leute, die an der Vernissage dabei sein wollten, waren im Schneechaos stecken geblieben. Auch Stiftungsratspräsident Heinz Wetter. So verabschiedete Stiftungsratsmitglied Stephan Kunz die Galeristin Evelin Bernasconi und dankte für die kurze, aber intensive und gute Zusammenarbeit – der Jahreszeit entsprechend mit weissen Rosen und einem Lebkuchenherz.

Die Galerie Trudelhaus wird Ende Jahr ihren Betrieb in der heutigen Form einstellen, der Stiftungsrat hat Evelin Bernasconi deshalb auf Ende 2010 gekündigt. Die Galeristin bedauert das Ende ihrer Tätigkeit in Baden, sie habe die Arbeit hier sehr gerne gemacht, habe die Zusammenarbeit mit den Künstlern geschätzt. Und auch am Mittwochabend stellte sie das Werk von Christian Vetter in den Mittelpunkt, nicht die Situation des Hauses.

Für immer? Oder nur vorübergehend?

Aber die gab natürlich zu reden. Vor allem, weil ungewiss ist, ob die Galerie für immer oder nur vorübergehend schliesst. Im nächsten Jahr soll es unter dem Titel «Pausenzeichen» ein eher spontanes Programm mit einzelnen Veranstaltungen geben. Aber ohne Galeristin, organisiert vom Stiftungsrat.

Der Schritt war notwendig geworden, weil die Stiftung finanziell in der Klemme steckt. Die Balance zwischen den Ausgaben für das Haus und den Galeriebetrieb und den Einnahmen aus Restaurantpacht, Gönnerbeiträgen und Subventionen von Stadt und Kanton war seit Jahren schwierig zu halten. Der Stiftungsrat sieht nun grössere Ausgaben kommen (Pächterwechsel im Restaurant im Jahr 2012 mit zwingenden Renovationsarbeiten, Defizite in der Galerie), sodass er über die Bücher muss. Eine Option ist es, die Liegenschaft der Stadt zu verkaufen.

Christian Vetter Video, Trudelhaus Baden, bis 2. Januar.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1