Felix Eschbach sitzt in einem Restaurant und macht Arbeitspause. Er erholt sich von seinen Job bei der Baustelle auf der Bruggerstrasse, wo er derzeit zusammen mit Arbeitskollegen von der Daru-Wache den Verkehr regelt. «Die Leute fahren hier manchmal wie die Henker», sagt er. «Dann kann ich Handzeichen machen, soviel ich will, die gehen einfach nicht vom Gas.» Oft müssten er und seine Kollegen zwei Schritte nach hinten weichen. «Sonst wird man überfahren.» Grundsätzlich seien die Leute bei der Baustelle zu schnell und mit zu wenig Abstand unterwegs.

Über die Füsse gefahren

Besonders gefährlich sei seine Arbeit vor einigen Wochen gewesen, als die Fahrbahn noch schmaler war als heute, sagt Eschbach. «Wenn hinten und vorne ein Lastwagen durchfuhr, dann musste ich den Bauch einziehen.»

Vergangene Woche fuhren Autos zwei seiner Arbeitskollegen über die Füsse. «Schlimm verletzt worden sind sie nicht, aber sie haben jetzt blaue Flecken und Blutergüsse. Ich hoffe, dass nicht noch einer von uns umgefahren wird.» Er und seine Arbeitskollegen versuchten einander zu helfen, sagt Felix Eschbach. «Wenn ein Autofahrer nicht stoppt und einfach vorbeifahrt, funke ich nach vorne, damit mein Kollege ihn dann aufhalten kann.»

Die Daru-Wachen dürfen aber keine Bussen verteilen. «Wenn einer die Regeln missachtet, können wir ihm nur sagen, dass ein Polizist ihn jetzt büssen würde.» Manchmal würden die Wachen von Autofahrern «Pseudo-Polizisten» geschimpft. «Wir möchten aber gar keine Polizisten sein, wir regeln einfach den Verkehr.»

Nur wenige Autofahrer würden die Handzeichen zur Verkehrsregelung kennen. «Die fahren oft einfach weiter, und wenn man sie stoppen will, dann zeigen sie den Vogel.» Vor allem am Morgen zeigten sich die Leute undankbar, sagt Felix Eschbach. «Manchmal ist das schon ein wenig frustrierend.»

Fahrschüler lernen Handzeichen

Am Abend sei er jeweils sehr müde, aber hier in Baden arbeite er gern. Denn zum Glück gebe es hier auch Fahrer, die sich bedankten, zum Beispiel per Handzeichen. «Manchmal kommen Fussgänger auf uns zu und sagen, dass wir wichtige Arbeit machen.» Als angenehm empfindet er die vielen Fahrschüler, die extra zur Bruggerstrasse fahren, um die Handzeichen zu erlernen.

Weniger angenehm sei die Arbeit jeweils am Samstag, sagt Felix Eschbach. «Dann fahren die Leute mit ihren ‹aufgemotzten Kisten› vorbei, und das nicht einmal, sondern immer wieder, um sich in der Stadt zu zeigen. Die kennen nichts.»