Kulturweg
Die «Lichtung» leuchtet wieder zitronengelb und schwarzviolett

Der Kulturweg an der Limmat wird auf sein 25-Jahr-Jubiläum vorbereitet. In diesem Rahmen werden mehrere Kunstwerke renoviert, die nun lange Wind und Wetter ausgesetzt waren.

Dieter Minder
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Künstlerin Gillian White und Maler Peter Christen schauen auf jedes Detail am fast fertig sanierten Kunstwerk «Lichtung».

Künstlerin Gillian White und Maler Peter Christen schauen auf jedes Detail am fast fertig sanierten Kunstwerk «Lichtung».

Alex Spichale

«Das ist sehr schön geworden, ein richtiges Zitronengelb und ein schönes Schwarzviolett», schwärmt die Künstlerin Gillian White. Sie ist ganz entzückt über ihr renoviertes Kunstwerk «Lichtung», das oberhalb der Webermühle auf dem Kulturweg Baden-Wettingen-Neuenhof steht.

Gillian White hat über 80 Kinder

Gillian White ist 1939 in Orpington in England geboren. Sie besuchte unter anderem die St. Martin’s School of Arts and Crafts in London und die École National des Beaux-Arts in Paris. 1962 heiratet sie den Künstler Albert Siegenthaler. Zuerst wohnte das Paar in England, wo die beiden Kinder Guy und Johanna zur Welt kamen. 1966 zügelten sie in die Schweiz und eröffneten ihr Atelier in Stilli. 1972 zogen sie nach Leibstadt, wo Gillian White auch heute noch arbeitet. Ihr Mann ist 1984 gestorben. Gillian White hat über 80 Kunstwerke geschaffen, «meine Kinder», wie sie diese nennt. Eines davon, es heisst «Da und dort», kennen vor allem die Autofahrer. Es ziert die Autobahn zwischen dem Schinznacher Feld und dem Bözbergtunnel. (DM)

Und mit sichtlichem Stolz sagt sie: «Mein Werk war das erste, das damals auf dem Kulturweg aufgestellt wurde.» In den 25 Jahren hatte das dem Wetter ausgesetzte Kunstwerk gelitten. Die den Boden markierenden Steine waren grünlich statt grau, die Säulen gerostet und die Farben waren verblichen. Jetzt wurde Whites Werk als erstes saniert.

Dass die «Lichtung» wieder strahlt wie vor 25 Jahren, ist das Verdienst von Maler Peter Christen: Eine Woche war der Mitarbeiter des Wettinger Malergeschäftes Giuliani an der «Lichtung» tätig.

Eines der Probleme: «Die Säulen stehen so, dass ich an einzelnen Stellen fast nicht hinkam.» Abhilfe brachte eine Arbeitsbühne. «Kultur im Wald, das war für uns einmal etwas Besonderes», sagt Daniel Kost, Projektleiter des Malergeschäftes. Zuerst wurden die alten Farben abgeschliffen. Dazu hätten sie eine Maschine mit Staubsack verwendet, um den Wald nicht mit den Farbresten zu belasten.

An besonders rostigen Stellen kam der Winkelschleifer zum Einsatz. «Danach erhielten die Säulen zuerst einen Rostschutzanstrich und zwei Schichten Fertigfarbe», erklärt Kost. Zusätzlich wurden die Bodensteine gereinigt.

Kultur für die Eidgenossenschaft

«2017 ist unser Jubiläumsjahr, dann wird die Stiftung Kulturweg ein Vierteljahrhundert alt», kündigt Antoinette Eckert, Vizepräsidentin des Stiftungsrates, an. 1992 war die Stiftung gegründet worden, bereits ein Jahr zuvor, 1991, war der Kulturweg eröffnet worden.

Dank der Initiative des Wettinger Gemeindeschreibers Karl Meier, hatten Baden, Neuenhof und Wettingen das Gemeinschaftswerk geschaffen. Es war ihr Geburtstagsgeschenk zum 700-Jahr-Jubiläum der Eidgenossenschaft.

Beidseits des Limmatufers, zwischen den gedeckten Holzbrücken beim Badener Landvogteischloss und beim Kloster Wettingen können Besucher heute gleichzeitig Kunstwerke und eine vielfältige Natur erleben.

Der Weg führt abwechslungsweise entlang dem Fluss, durch den Wald, durch Wohngebiete und entlang von Strassen. So ist er zugleich ein Abbild des Limmattales mit seinen vielfältigen Lebensräumen. Seit der Eröffnung wurde er in mehreren Schritten ausgebaut, das heisst, es wurden neue Kunstwerke aufgestellt. Den ordentlichen Unterhalt besorgen die Werkhöfe der Gemeinden.

Das Faltblatt zum Kulturweg ist an folgenden Orten erhältlich:

Baden: Info Baden, Historisches Museum; Wettingen: Empfang Rathaus, Gluri-Suter-Huus, SBB Schalter Bahnhof; Neuenhof: Empfang Gemeindehaus.

Der Kulturweg soll Freude machen

Zum Jubiläum soll die Stiftung der Bevölkerung den Kulturweg entlang der Limmat noch näher gebracht werden. «Im Jubiläumsjahr wollen wir etwas Spezielles lancieren», verspricht Stiftungsratsmitglied Franco Pinazza.

Was genau es sein wird, kann er noch nicht sagen, denn: «Wir sind daran, Ideen zusammenzutragen, aber vor allem möchten wir Familien als Besucher gewinnen.» Deshalb sollen nicht nur die Kunstwerke, sondern auch der Weg aufgefrischt werden. Für Pinazza ist klar: «Es soll Freude machen, auf dem Kulturweg zu spazieren und die Kunstwerke zu besuchen.»

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