Neue Serie: Neu-Aargauer
Die Liebe brachte Anita Buri in den Aargau – «Jetzt bin ich total auf Baden fixiert»

Anita Buri ist Thurgauerin und lebt in Baden. Die Ex Miss Schweiz über Unterschiede zu ihrer Heimat, Sticheleien unter Aargauern und Rüeblitorte backen.

Martin Rupf
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Anita Buri in Baden
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Ex-Miss Anita Buri in Baden.
Anita Buri an der Limmatpromenade.
Posieren fällt ihr leicht: Die Ex-Miss Anita Buri an der Limmatpromenade in Baden.
Anita Buri: Baden gefällt ihr ausserordentlich, Aarau kennt sie weniger.

Anita Buri in Baden

Sandra Ardizzone

Anita Buri als «Neu-Aargauerin» zu bezeichnen, würde der Sache nicht ganz gerecht, lebt die Miss Schweiz aus dem Jahre 1999 doch schon seit 15 Jahren im Aargau – genauer in Baden. Doch ihr Thurgauer Dialekt ist nach wie vor derart stark ausgeprägt, dass man glauben könnte, die 38-Jährige sei erst seit Kurzem hier heimisch.

Die Wahlaargauerin – so stehts im Wikipedia-Beitrag – fühlt sich in ihrer Heimat aber sichtlich wohl, wie sie im Gespräch immer wieder betont. «Mir war immer klar: Wenn ich einmal aus dem Thurgau wegziehe, dann kommt nur der andere Kanton, der ebenfalls mit ‹gau› endet, infrage», sagt Buri und lacht.

Es war die Liebe, die sie 2001 in den Aargau führte. Kurz nach ihrer Wahl zur Miss Schweiz lernte sie den ehemaligen Fussball-Nationalspieler Marc Hodel kennen. 2002 kam ihr gemeinsamer Sohn zur Welt. Obwohl die Beziehung 2007 auseinanderging, war für Buri damals klar, ihre Zelte im Aargau nicht abzubrechen. «Marc und mir war es wichtig, dass unser Sohn weiterhin die Möglichkeit hat, mit beiden Elternteilen aufwachsen zu können.»
Der Wegzug aus dem Thurgau sei ihr nicht schwergefallen, obwohl sie auch heute noch sehr an ihrer Heimat hange und alle zwei Wochen in den Thurgau reise.

Schon mit 16 als Model tätig

Die gebürtige Thurgauerin wurde 1999 bekannt, als sie zur Miss Schweiz gewählt wurde. Anita Buri vertrat die Schweiz damals auch an den Miss World- und Miss-Universe-Wahl. Heute arbeitet sie als Event- und TV-Moderatorin, als Catwalk-, TV-Spot- und Fotomodell für zahlreiche namhafte Brands tätig. Erste Erfahrungen in der Modelbranche sammelte Anita Buri bereits im Alter von 16 Jahren.

«Ich war und bin auch heute noch beruflich in der ganzen Schweiz unterwegs. Baden liegt definitiv zentraler als der Thurgau.» Natürlich fehlen ihr zum Beispiel der Unter- und der Bodensee und die Möglichkeit, mit dem Velo entlang des Seeufers zu pedalen. «Aber auch hier in Baden gibt es ganz schöne Flecken, wenn ich etwa an die Baldegg oder die Limmatpromenade denke.»

Keine Moderation wegen Dialekts

Buri bezeichnet sich selber zwar auch als «Wahlaargauerin», relativiert aber: «Ich bin total auf Baden und die Region fixiert. Andere Städte wie zum Beispiel Aarau kenne ich leider noch nicht sonderlich gut.» Die Rivalität zwischen Baden und Aarau empfinde sie als grossen Unterschied zu ihrem Heimatkanton.

Marco Tancredi

«Die Thurgauer zünden sich untereinander weniger an; wenn schon wird gegen die St. Galler gezündet; es geht über die Kantonsgrenze – und umgekehrt. Anita Buri lacht viel und bezeichnet sich denn auch als durchweg zufriedenen Menschen. Eine Tatsache, die nicht überrascht, hat doch eine Umfrage im letzten Jahr ergeben, dass die Einwohner nirgends in der Schweiz glücklicher und zufriedener mit ihrer Wohngemeinde seien, als in Berg (TG) – der Gemeinde, wo Buri aufgewachsen und ihr Vater während Jahren Gemeindepräsident war.

Anita Buri an der Limmatpromenade.

Anita Buri an der Limmatpromenade.

Sandra Ardizzone

Buri ist stolz auf ihren ausgeprägten Thurgauer-Dialekt. Manchmal werde sie extra wegen ihres Dialekts für Moderationen angefragt, es sei ihr aber deswegen auch schon abgesagt worden. «Ich erhalte oft positive Feedbacks von Ostschweizern, die Freude haben, dass ich meinen Wurzeln treu geblieben bin.» Auch ihr Sohn habe den Ost-Schweizer-Dialekt etwas angenommen und spreche heute einen Aargau-Thurgau-Mix. «Man sagt ja nicht ohne Grund Muttersprache.» Wohin es sie in Zukunft verschlägt, weiss Buri noch nicht. «So lange mein Sohn noch zur Schule geht, bleibe ich ganz sicher hier.»

Und danach ruft das Tessin? Seit diesem Frühling ist bekannt, dass Buri mit einem Tessiner namens Eros zusammen ist. «Er bleibt vorläufig im Tessin wohnhaft, was man in Anbetracht des schönen Ticino absolut verstehen kann.»

«Noch nie Rüeblitorte gebacken»

Buri fühlt sich sehr wohl in Baden. Natürlich werde sie auch auf Badener Strassen ab und zu erkannt. Doch grundsätzlich seien die Schweizer eher zurückhaltend. Es sei auch schon vorgekommen, dass Passanten sie angesprochen hätten: «Grüezi Frau Buri. Nur damit Sie es wissen: Die Miss-Wahlen interessieren mich also überhaupt nicht.» Dann denkt Buri mit einem Schmunzeln: «Aha, es interessiert sie zwar nicht, aber gleichwohl erkennen sie mich auf der Strasse.»

Aus dem Ausland zugezogene Menschen im Aargau

Aus dem Ausland zugezogene Menschen im Aargau

AZ

Ihren Lebensunterhalt verdient sich Buri mit Modeln und Event-Moderationen. Zudem präsentiert sie derzeit verschiedene online Fitnessprogramme, designt Taschenkollektionen und E-Bikes. Seit 2015 ist sie für die Discountkette Lidl Schweiz tätig, für die sie in verschiedene Rollen schlüpft. Wer weiss, vielleicht auch bald in die einer Rüeblitorte-Bäckerin. Buri winkt ab: «Ich mag diese Aargauer Spezialität zwar sehr gerne, nur habe ich noch nie eine gebacken.» Mit Apfelkuchen kenne sie sich da definitiv besser aus: «Ist ja auch klar, weil meine Wurzeln in Mostindien sind.»

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