Baden

Die Literarische Gesellschaft erhält eine neue Spitze

Gabriele Stemmer-Obrist (links) folgt als Präsidentin auf Judith Meier-Gander.

Gabriele Stemmer-Obrist (links) folgt als Präsidentin auf Judith Meier-Gander.

In der Literarischen Gesellschaft Baden kommt es zu einem Präsidiumswechsel. Judith Meier-Gander übergibt das Amt an Gabriele Stemmer Obrist.

Sie geben der literarischen Gesellschaft Baden ein Gesicht: Präsidentin Judith Meier-Gander, die anlässlich der Generalversammlung vom 30. April Gabriele Stemmer Obrist als ihre Nachfolgerin zur Wahl vorschlägt. Krönung nach der GV wird die anschliessende Lesung von Pedro Lenz sein.

Sechs Jahre lang war Präsidentin der Literarischen Gesellschaft Baden. Warum will sie nun ihr Amt abgeben? «Als Pensionierte sehne mich nach mehr Freiheit für meine Reise- und Sprachpläne und fürs Musizieren im Freundeskreis», meint sie. Sie ist stolz, dass sie eine Vereinigung übergeben kann, die – wie sie sagt – «in voller Blüte steht».

Mit ihrer Nachfolgerin Gabriele Stemmer Obrist verbindet sie eines: Beide Frauen sind Bernerinnen, die es aus Berufsgründen in den Aargau verschlug. Sie wollten nur kurze Zeit bleiben – es wurden Jahrzehnte daraus. Meier arbeitete lange am Bezirksgericht Baden und später als Juristin in Aarau, hat drei erwachsene Söhne und wohnt in Ennetbaden. Sie spielt Querflöte und liest gerne.

Die designierte Präsidentin und promovierte Erziehungswissenschaftlerin Stemmer war zuerst als Lehrerin an der Real- und Gewerbeschule und später in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen tätig. Heute berät sie mit ihrer Firma unter anderem Führungspersonen und Führungsgremien aus Bildungsinstitutionen. Zudem engagiert sie sich in der ortsbürgerlichen Finanzkommission und in der Kunstkommission. «Ich will in der Literarischen Gesellschaft das Bestehende pflegen und denke, dass dringlich kaum etwas geändert werden muss», sagt die 54-Jährige über ihr zukünftiges Amt, «aber selbstverständlich bin ich offen für Impulse, Anregungen und Ideen».

Start als «Verein der Biedermeier»

Die Literarische Gesellschaft Baden, 1969 hervorgegangen aus dem 1920 gegründeten «Verein der Biedermeier», ist Herausgeberin der Badener Neujahrsblätter und Veranstalterin regelmässiger Lesungen aus aktueller Literatur sowie des Jugendliteraturtags. Unter dem Label «Baden liest» finden im Winterhalbjahr gut besuchte, moderierte monatliche Lesungen statt. «Das Publikum schätzt den direkten Kontakt zu den Autorinnen und Autoren», sagt die scheidende Präsidentin.

Als reizvoll empfindet sie das Leseformat des poetischen Pingpongs, bei dem zwei Lyriker mit ihren Gedichten eine Art Dialog entwickeln. Der mehrjährige Kinderliteraturtag «Kunterbunt» wurde dieses Jahr vom Jugendliteraturtag abgelöst, der erstmals in der Stanzerei über die Bühne ging. «Das Interesse war riesig», schwärmt Meier. «Die Lust am Buch ist beim Nachwuchs immer noch da.» Verantwortlich für «Baden liest» ist die Programmgruppe der Literarischen Gesellschaft Baden. «Ich bin als Präsidentin vor allem für die Koordination und die Finanzierung des Programms zuständig, und das wird auch die Hauptaufgabe meiner Nachfolgerin sein», erklärt Meier.

«Denn trotz der Beiträge des Aargauer Kuratoriums, der Stadt Baden und der Ortsbürger Baden sind wir auf zusätzliche Geldspenden angewiesen.» Besonders für die einmal jährlich stattfindenden Grossanlässe wie die «Kriminacht» oder den «österreichischen Abend im Limmathof» stellt die Mittelbeschaffung eine echte Herausforderung dar. «Ich schätze es sehr, dass so viele Leute ehrenamtlich in Badens literarischem Netzwerk mitarbeiten», freut sich Stemmer. «Ich will die Kontakte zu ihnen pflegen und mich dafür engagieren, dass sie ihre Projekte auch in Zukunft umsetzen können.»

Die GV der Literarischen Gesellschaft Baden findet am Donnerstag, 30. April 2015, um 18.15 Uhr mit anschliessender Lesung von Pedro Lenz aus «Radio» im Royal statt.

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