Baden
Die Möbelstücke des Verenahofs wurden Stück für Stück verkauft

Es mutete wie ein endgültiger Abschied an, als im Speisesaal des ehemaligen Bäderhotels Verenahof die Möbel und Bilder zum Verkauf ausgestellt wurden, die früher das noble Ambiente des Gastbetriebs ausmachten.

Ursula Burgherr
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Die Vergangenheit des Verenahofs wird verkauft
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Vom Kerzenständer, ...
... über die Porzellan-Amphore...
... bis hin zu kunstvollen Gemälden steht alles zum Verkauf.
Mobiliar aus drei Jahrhunderten steht im Verenahof zum Verkauf
Mobiliar aus drei Jahrhunderten steht im Verenahof zum Verkauf
Porzellan-Amphore aus Paris

Die Vergangenheit des Verenahofs wird verkauft

Renate Brunner hatte beim Anblick der mit Preisschildern versehenen Möbelstücken und Gemälden einen Klos im Hals. Seit 25 Jahren arbeitet sie als Personalverantwortliche und Buchhalterin bei der Verenahof AG mit. Und zu jedem Stück, das veräussert wurde, kann sie eine Geschichte erzählen. Die wertvolle Porzellan-Amphore aus Paris sowie antike Sekretäre und Schreibkommoden standen einst im Lesezimmer, wo die Kurgäste sich der Zeitungslektüre widmeten und Tee tranken.

Brunner hat die Blütezeit des Bäderhotels zumindest in der Endphase noch miterlebt, bevor es 2002 die Tore schloss. Sie erinnert sich an prominente Besucher wie die Schauspieler Walo Lüond und Walter Giller oder Bundesrat Otto Stich. Um die Vergangenheit zu dokumentieren, hat sie alle Möbelstücke in ihrem ursprünglichen Ambiente fotografiert und beschriftet.

Ein Erinnerungsstück für Zuhause

Und nun standen sie also da und warteten auf ihre neuen Besitzerinnen und Besitzer: alte Kommoden mit Messingbeschlägen, grazile Stelltischchen, Voltairestühle, Bronze-Figuren, Öl-Bilder mit üppigen vergoldeten Holzrahmen und – sicher eines der Prunkstücke – eine Kaminuhr aus Marmor und Bronze. Die Preziosen waren bis zur Liquidation in einem klimatisierten Möbellager aufbewahrt worden.

Schon zwei Stunden vor der offiziellen Eröffnung standen die Menschen Schlange, darunter einige Antiquitätenhändler; vor allem aber Leute aus Baden und Umgebung, die den Verenahof von früher kennen und sich ein Erinnerungsstück sichern wollten. Am schnellsten fanden die Bilder Absatz. Eine Frau versuchte, einen riesigen Spiegel mit Goldrahmen in ihrem viel zu kleinen Auto zu verstauen. Überall wimmelte es von Menschen. «Fast wie früher», meinte Renate Brunner, «als im Speisesaal eine Hochzeit stattfand, sich im Verenahofsaal gleichzeitig 140 Hotelgäste tummelten und in der Eingangshalle ein Fest gefeiert wurde.» Tempi passati. Jetzt wird für die Zukunft – mit Klinik/Gesundheitshotel und Botta-Bad – Platz gemacht.

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