Die islamisch-albanische Gemeinschaft aus Kirchdorf darf in einem ehemaligen Gebenstorfer Restaurant ein Vereinslokal errichten: Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde des Gemeinderates gegen einen entsprechenden Entscheid des Regierungsrates abgewiesen (wir berichteten).

Markus Leimbacher, Anwalt der islamisch-albanischen Gemeinschaft, ist erleichtert: «Das Verwaltungsgericht hat nicht anders entschieden, als ich erwartet habe. Die Rechtslage ist ja eigentlich klar und eindeutig», sagt er auf Anfrage. Er sei froh, dass doch relativ rasch ein Entscheid gefällt wurde. Nun hoffe er, dass das Umnutzungsgesuch rasch bewilligt werde.

Vielleicht braucht die islamisch-albanische Gemeinschaft aber weiter Geduld: Um das Islam-Zentrum mit Moschee, Aufenthalts- und Schulungsraum zu verhindern, bleibt dem Gemeinderat als letzte Möglichkeit der Gang vor Bundesgericht. Ob er davon Gebrauch machen wird, ist offen; weder Gemeindeammann noch Gemeindeschreiber waren gestern für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Verwaltungsgericht hat in seinem Entscheid die Beschwerdepunkte des Gemeinderates zum Teil mit deutlichen Worten abgewiesen. «Es ist schwer nachvollziehbar, weshalb der geplante Andachtsraum durch die Art der praktizierten Glaubensrichtung geradezu ‹das seelische Empfinden› der Bevölkerung verletzen könnte. Eine solche Auslegung der Zonenordnung geriete auch mit der verfassungsrechtlich verankerten Religionsfreiheit in Konflikt», schreibt das Verwaltungsgericht.

Es würden auch keine Anzeichen dafür bestehen, dass die Besucher des Vereinslokals und des Andachtsraums zu lauterem Verhalten neigten als diejenigen des früheren Restaurants, heisst es im Entscheid weiter.

Auch die Schulungs- und Büroräume liessen mit ihrer geplanten Grösse nicht vermuten, dass sie zu mehr störenden Auswirkungen für die Nachbarschaft führen als ein Restaurantbetrieb.

Wie der Andachtsraum seien sie für grundsätzlich eher lärmarme, nicht ganztags stattfindende Tätigkeiten vorgesehen, die wie das freitägliche Mittagsgebet und die Kinderbetreuung in erster Linie im Inneren stattfinden sollen. «Weil die sprechende Rolle nur dem Vorbeter (Imam) zukommt, ist auch beim Freitagsgebet nicht von übermässigen Emissionen auszugehen.»

Insgesamt erwiesen sich die zonenrechtlich relevanten Auswirkungen der Nutzung als Vereinslokal als vergleichbar mit den zuvor bewilligten Bauvorhaben, zum Beispiel dem Restaurant.