Es ist eine Komödie in zwei Akten, die man gesehen haben muss: zum Schmunzeln und herzhaft Lachen. So hat die Theatergesellschaft Wettingen mit ihrem Stück der draussen herrschenden Kälte getrotzt, richtig eingeheizt und ein bisschen Ferienstimmung verbreitet. Denn auf dem Kreuzfahrtschiff, wo ein Hauch der grossen weiten Welt vermittelt wurde, herrschte spannende und abenteuerliche Atmosphäre.

Kapitän Ludwig von Ballheim sorgte für Stimmung, obwohl solche Reisen für ihn bereits Routine zu sein scheinen, denn eigentlich wäre er schon lange für die Pensionierung fällig, so die Meinung des Personals. Der Kapitän der MS Luxor hat aber eine Vorliebe für hübsche Frauen und Champagner. Als er sich dann in einem der Rettungsboote wieder einmal mit einem weiblichen Passagier vergnügt, werden diese wegen einer Rettungsübung auf hoher See kurzerhand zu Wasser gelassen. Infolge von – wie sollte es anders sein – unglücklichen Verkettungen und Umständen fehlt beim Einholen der Boote leider das Boot mit dem bis dahin noch recht vergnügten Kapitän und seiner Begleitung.

Panik auf der Titanic

Eine Panik an Bord des ohne Kapitän geführten Kreuzfahrtschiffes muss natürlich unter allen Umständen vermieden werden. Und so fällt dem ersten Offizier des Schiffes nichts Geistreicheres ein, als ausgerechnet Sigi, einen Landstreicher, der die Schifffahrtsreise inklusive 1000 Franken Taschengeld bei einer Tombola gewonnen hat, den Passagieren als neuen Kapitän unterzujubeln.

Doch die Turbulenzen beginnen erst richtig, als Käpten Sigi, der inmitten der feinen Gesellschaft zu Beginn noch geduldet war, nun das gewonnene Ansehen geniesst. Er weiss vor allem, wie er die Wirkung seiner Kapitänsuniform ausspielen kann und lässt das Publikum an diesem amüsanten Genuss kräftig teilhaben.

Doch schliesslich wird das Rätsel auf eine wundervolle und turbulente Art und Weise gelöst. Die Komödie in zwei Akten von Bernd Spehling, in einer Dialektfassung von Martin Willi, ist jedenfalls sehenswert und zugleich lustig.