Wettingen
Die nächsten Klosterspiele finden erst 2018 statt

Die Klosterspiele Wettingen erzielten 2014 zum ersten Mal in ihrer Geschichte keinen Gewinn. Wegen der Grossen Badenfahrt finden die nächsten Klosterspiele ein Jahr später als geplant statt.

Noemi Lea Landolt
Merken
Drucken
Teilen
Kein Kassenschlager: Die Shakespeare-Komödie «Viel Lärm um nichts» machte 46000 Franken Verlust.

Kein Kassenschlager: Die Shakespeare-Komödie «Viel Lärm um nichts» machte 46000 Franken Verlust.

Alex Spichale

Nasses Juliwetter, weniger Zuschauer als budgetiert, negative Leserbriefe und eine zu kurze Vorlaufzeit: Darauf führen die Veranstalter der «Klosterspiele Wettingen» den Verlust in der Höhe von 46 000 Franken zurück, der die Komödie «Viel Lärm um nichts» erzielte. Der Verlust habe – zumindest finanziell – keinen Einfluss auf die nächsten Klosterspiele: «Da wir in den Vorjahren immer Gewinn erzielt haben, konnten wir den Verlust mit eigenen Reserven auffangen», sagt Maja Wanner, Präsidentin der Wettinger Klosterspiele.

Die nächsten Klosterspiele würden gemäss Drei-Jahresrhythmus 2017 stattfinden – zeitgleich mit der Grossen Badenfahrt. In Absprache mit den grössten Geldgebern, dem Swisslos-Fonds des Kantons Aargau und der Gemeinde Wettingen, haben die Organisatoren beschlossen, die Klosterspiele auf den Sommer 2018 zu verschieben. «Freiwillige Helfer und Sponsoren aus der Region werden 2017 alle in die Badenfahrt involviert sein», sagt Wanner. Eine zeitgleiche Durchführung der Klosterspiele sei deshalb unmöglich und wenig sinnvoll.

Im Gegensatz zum Vorgängerstück «De Franzos im Aargau», in dem rund 80 Laienschauspieler aus der Region mitwirkten, setzten die Organisatoren bei «Viel Lärm um nichts» zum ersten Mal ausschliesslich professionelle Schauspieler ein. Dadurch sei das Stück zu wenig in der Region verankert gewesen, sagt Wanner. Zuschauer, die ihren Nachbarn auf der Theaterbühne sehen wollten, fielen weg. Verschärft wurde die Situation zudem durch die kurze Probezeit von nur einem Monat. «Es fehlte die Möglichkeit, das Stück vorab einzuordnen und es auf diese Weise der Bevölkerung näher zu bringen.» Da es sich um eine vielschichtige Komödie von Shakespeare handelte, wäre dies umso nötiger gewesen.

Dass man wegen der tieferen Besucherzahlen und dem Verlust bei den kommenden Klosterspielen 2018 wieder Laienspieler einsetzt, will Wanner offenlassen: «Wir möchten uns bei der Planung durch nichts einschränken lassen. Die Darsteller werden so ausgesucht, dass sie zum Stück passen und nicht umgekehrt.» Man werde sich aber sicher bemühen, den Fokus des nächsten Theaters stärker auf die Region zu legen.

Die Meinungen zu «Viel Lärm um nichts» hätten unterschiedlicher nicht ausfallen können: Während Theaterkritiker lobende Worte für das Stück fanden, machte die Bevölkerung ihrem Unmut in negativen Leserbriefen Luft. Im August 2014 äusserte sich Christoph Risi, Gesamtleiter der bisherigen Klosterspiel-Produktionen, gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag» kritisch: Man müsse sich fragen, ob man mit der richtigen Produktion am richtigen Ort auftrat. Dass die Klosterspiele an einen anderen Ort ziehen, steht gemäss Wanner nicht zur Diskussion: «Der Kanton finanziert die Aufführungen mit, und sucht Monumente wie das Kloster Wettingen bewusst als Spielstätten aus.»

Was die Zuschauer 2018 erwartet, kann Wanner noch nicht sagen. Zwar seien die ersten Überlegungen bereits im Gang, allerdings noch wenig konkret. Sie ist aber überzeugt, dass sie für den Ort etwas Passendes finden werden und wie bisher auch aktuelle Geschehnisse miteinbeziehen können.