«Nein», wehrt Simone Bachmann lachend ab, «erblich vorbelastet bin ich nicht. Aber ich habe mich immer gerne im Wald aufgehalten.» Den Ausschlag für ihre Berufswahl habe jedoch ihre Maturaarbeit gegeben. Zusammen mit dem Kreisförster gestaltete sie einen Waldlehrpfad und eine Informationsbroschüre. «Damit war mein Ziel klar: Ich wollte Kreisförsterin werden.»

An der ETH Zürich hat Simone Bachmann, die im thurgauischen Diessenhofen aufgewachsen ist, Umweltnaturwissenschaften studiert. Nach Abschluss des Studiums und der Masterarbeit beim Stadtforstamt Baden arbeitete sie als Praktikantin beim Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden, bei der Abteilung Wald Aargau und in Südamerika.

Seit 2013 ist Simone Bachmann bei der Abteilung Wald im Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau tätig. Bis zu ihrer Wahl als Kreisförsterin im Forstkreis II Baden-Zurzach war sie Kreisförster-Stellvertreterin im Forstkreis III Lenzburg-Freiamt.

Wald als Männerdomäne

«Ich war mir bei der Wahl meiner Studienrichtung bewusst, dass ich dereinst in einer Männerdomäne arbeiten werde», sagt die erste Kreisförsterin im Aargau. «Ich habe damit aber noch nie Mühe gehabt. Man wird zwar manchmal von den Förstern gerne etwas getestet. Vor allem in Bezug auf die Kenntnis über die Baumarten. Ich finde das aber gut. So kann man danach auf Augenhöhe diskutieren.»

Und schliesslich gehört die Botanik, neben dem Aufenthalt in den Bergen und dem Engagement als Pfadileiterin in Diessenhofen – was jetzt wohl etwas zurückstehen muss, wie sie sagt – zu den Hobbys von Simone Bachmann.

Als Kreisförsterin vertritt Simone Bachmann in ihrem Kreis die Abteilung Wald des Kantons gegenüber Gemeinden, Waldeigentümern, Förstern und Drittpersonen. Zu ihren Aufgaben gehören im Wesentlichen die Bereiche Waldrecht und Raumplanung, Waldbewirtschaftung und Naturschutz.

Das Spektrum der Tätigkeiten reicht von der Bearbeitung von Gesuchen für Bauten im Wald oder in der Nähe des Waldes bis zur Bewilligung und Kontrolle von Holzschlägen und von Naturschutzprojekten im Wald.

«Meine Aufgabe ist sehr vielseitig», sagt Bachmann. «Mir gefällt die Zusammenarbeit mit den Förstern und den Gemeinden. Kreisförsterin ist wirklich mein Traumberuf.» Auch der Rahmen der Gesetze bereitet ihr keinen Kummer.

«Natürlich ist der Vollzug der Gesetze wichtig», erklärt sie. «Ich denke aber, dass es bei meinen Aufgaben schon Spielraum gibt. Vor allem bei Projekten im Bereich von Naturschutz oder Waldbau. Ich freue mich jedenfalls auf eine gute Zusammenarbeit mit den Förstern und den Gemeinden. Es ist mein Ziel, hier einen Beitrag leisten zu können.»

Lesen Sie den Artikel über Simone Bachmanns Vorgänger Josef Schmidlin hier.