«Was gibt es alles im Wald», fragt Pfarrerin Miriam Anne Liedtke in die Kinderrunde, die sich auf Baumstämmen nahe des Friedhofs Papprich in Neuenhof niedergelassen hat. «Äste, Moos, Steine, Blumen, Hinweisschilder», antworten die 5- bis 11-Jährigen.

«Sieht man auch Tiere?», fragt sie weiter. Auch da waren die Kinder um treffende Antworten nicht zu verlegen. Einzig der siebenjährige Lennart war mit dem Bär, den er in Neuenhofs Wäldern zu erspähen hofft, etwas euphorisch.

So verlief der Einklang zu den Kolibri-Tagen, die von der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Wettingen-Neuenhof auf die Beine gestellt wurden.

Der Baum und sein Traum

Dann erzählte Miriam Anne Liedtke den Kindern eine Geschichte, von einem Baum. Er träumt, eine schöne Schatztruhe zu werden. Nach vielen Jahren des Wartens wurde er erlöst. Der Förster fällte ihn. Allerdings wurde keine Schatztruhe aus ihm, sondern eine Futterkrippe in einem Stall.

Das vergrämte ihn so sehr, dass er in einen tiefen Schlaf versank. Eines Tages kamen ein junger Mann und eine junge Frau in den Stall. Sie suchten einen Platz zum Übernachten und für die Geburt ihres Kindes. «Das ist Jesus», flüsterte Michelle ihrer Kollegin zu.

Den neugeborenen Bub legten sie auf das Heu in der Futterkrippe, erzählte Liedtke weiter. In jenem Augenblick erfüllte sich der Traum dieses Baumes - denn jetzt trug er den grössten Schatz, den es je gab. «Und» - richtete Pfarrerin Liedtke das Wort an die Kinder, «ist das ein Schatz oder nicht?» Worauf der 11-jährige Ivan sagte: «Ja, das Jesuskind ist mehr wert als alles Gold dieser Welt.»

Mit Kamera und Lupe unterwegs

Dann machten sich die 23 Kinder, in drei Altersgruppen unterteilt, auf den Weg, um den Wald und seine Geheimnisse mit der Kamera festzuhalten. Um bei der Fülle an Motiven einen Ausschnitt wählen zu können, war jede Gruppe mit einem Holzbilderrahmen unterwegs.

Und auch zwei Vergrösserungsgläser waren mit im Gepäck. Zwischen dem Erkunden des Waldes und dem Fötele gabs auch ein Znüni. Später, bei Cervelat und Brot, konnten sich die Kinder über die Erfahrungen des ersten Kolibri-Tages austauschen. Drei weitere folgten, an denen die Kinder Bilder malten und bastelten.

«Gut 23 Fotos und ebenso viele gemalte Bilder werden wir im Kirchgemeindehaus ausstellen», sagen Liedtke und Michael Schatzmann, Sozialdiakon und Jugendarbeiter. Bis es soweit war, gab es für die Kolibri-Kinder noch ganz schön viel zu tun.

Dass es Spass macht, war unisono zu hören. Bei so viel Vorfreude darf man gespannt sein, was es an der Vernissage alles zu bestaunen gibt.

Öffentliche Vernissage mit Apéro: Heute, Freitag, ab 17 Uhr, ref. Kirchgemeindehaus Neuenhof