«Gruusige Mettwoch»
Die Oberrohrdorfer haben ihrem «Polteri» den Prozess gemacht – und sie waren einmal mehr gnadenlos

Die Gerichtsverhandlung im Falle «Polteri» stand in diesem Jahr im Zeichen verschiedener Neuerungen – und einer Überraschung. Am Ende musste der «Polteri» für seine Schandtaten, die er im letzten Jahr begangen hatte, büssen. Er wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Carla Stampfli
Merken
Drucken
Teilen

Und da brannte der «Polteri» lichterloh auf der Bänkli-Wiese in Oberrohrdorf. Er musste für die Schandtaten, die er im letzten Jahr begangen hatte, büssen. Begleitet wurde «Polteris» Hinscheiden von den Rohrdorfer Chessler und dem Johlen zahlreicher Narren. Darunter die Bänkli-Clique, die Gugge Holzberewöörm und weitere Delegationen aus der Region.

In diesem Jahr stand die Gerichtsverhandlung der Polterzunft Staretschwil am «gruusige Mettwoch» ganz im Zeichen von Neuerungen. So fand die Verhandlung nicht mehr wie in den letzten Jahren beim Gasthof zum Roten Löwen statt, auch wurde der «Polteri» nicht mehr gehängt. Stattdessen wurde entschieden, die Verhandlung auf der Bänkli-Wiese durchzuführen, wo der «Polteri» im Falle einer Verurteilung wieder verbrannt werden würde.
«Wir haben das Konzept überarbeitet, um neuen Schwung reinzubringen», sagte Marc Grenacher, Präsident der Polterzunft. Zuletzt wurde der «Polteri» 2011 verbrannt. Seither konnte er aus Platzgründen nur noch gehängt werden.

19 Bilder
Gruusige Mettwoch an der Rohrdorfer Fasnacht
Gruusige Mettwoch an der Rohrdorfer Fasnacht An der Rohrdorfer Fasnacht am Gruusige Mettwoch wird dem Polteri der Prozess gemacht, anschliessend wird er verbrannt, am 7. Februar 2018 in Oberrohrdorf.
Gruusige Mettwoch an der Rohrdorfer Fasnacht An der Rohrdorfer Fasnacht am Gruusige Mettwoch wird dem Polteri der Prozess gemacht, anschliessend wird er verbrannt, am 7. Februar 2018 in Oberrohrdorf.

SEVERIN BIGLER

«Polteri» hat Volg übernommen

Um 20 Uhr war es dann soweit. Gemeinsam gingen die Narren zur Bänkli-Wiese, wo Ankläger Roland Schürmann das Wort ergriff. Er führte zahlreiche Punkte auf, weshalb der «Polteri» gebüsst werden muss. Unter anderem soll er schuld daran sein, dass der Kiosk geschlossen wurde. Früher habe man sich beim Kiosk mit «Zigi» und «Stömpli» eingedeckt, doch jetzt müsse man in den Volg diese Sachen kaufen gehen, sagte Schürmann. «De ‹Polteri› hed nämmli de Volg übernoh ond da ned ohni Grund, er hed welle dank de Wagebandifränkli Millionär werde, de Lumpehund.» Der «Polteri» solle ein für allemal auf dem Scheiterhaufen verbrennen, forderte der Ankläger.

Verteidiger Thomas Mürset bezichtigte den Ankläger und seine Herde als korrupt. Er werde gegen all die Lügengeschichten kämpfen, die verbreitet würden. Doch am Ende seines Plädoyers überraschte Mürset alle: «Au ich be en Teil vom Aakläger sinere korrupte Herde gsi.» Auch er habe gewollt, dass am «gruusige Mettwoch» etwas los sei. «Und drum hani am ‹Polteri› sini Seele de Aaklag verchauft», sagte Mürset. Zunftmeister Patrick Gutjahr zog sich zurück und befand kurz darauf den «Polteri» als schuldig.

Mit der Gerichtsverhandlung im Falle «Polteri» ist die Fasnachtswoche am Rohrdorferberg nun offiziell eingeläutet.